|
Kong Linghui betrunken bei Autounfall; Mediensperre verhaengt
Ein Autounfall erschuettelt derzeit die chinesische TT-Szene. Kong Linghui, einer der bekanntesten und beliebtesten Sportler des Landes, ueberstand vorgestern Nacht in Peking scheinbar unverletzt einen Zusammenstoss seines Porsches (Kong ist Werbetraeger von Porsche in China, wie auch sein bester Freund Liu Guoliang) mit einem Taxi. Der Vorfall duerfte fuer Kong aeusserst ernste Folge haben, denn er sass nicht nur betrunken am Steuer, sein Auto hatte zudem gar kein Kennzeichen.
Der Unfall ereignete sich gegen 3:30 nachts an einer Kreuzung, in deren Naehe sich zahlreiche Nachtimbisse befanden, deren Kunden darauf hin schnell zur Unfallstelle eilten. Augenzeugen zufolge rammte das Taxi das Porsche mit einem lauten Knall, allerdings ist es bislang unklar, wie es dazu kam und wer daran Schuld war. Als Kong Linghui aus dem Porsche stieg und mit dem Taxifahrer zu argumentieren anfing, wurde er von den Gaffern sofort erkannt. In dem Porsche, das weder vorne noch hinten ein Kennzeichen trug, sassen noch zwei Frauen, eine von denen war moeglicherweise Kongs Freudin. Kong war scheinbar ziemlich betrunken, roch deutlich nach Alkohol und uebergab sich sogar am Strassenrand. Binnen kuerzester Zeit kamen vermeintliche Freunde von Kong zur Unfallstelle und redeten mit den Polizisten dort. Spaeter wurde Kong zur Polizeistelle abgefuehrt, wo er angeblich noch ein wenig randalierte.
Als einige Reporter mittags in die Polizeistelle eintrafen, sahen sie Kong mit ausdruckslosem Gesicht auf einem Sofa sitzen. Kongs Freunde, die ihn dort begleiteten, versuchten den Reportern zu ueberreden, die Berichtserstattung ueber den Vorfall fallen zu lassen. Einer bot sogar Geld fuer die Unterlassung von Fotografieren an. Spaeter wurde Kong in einem Polizeiwagen weggefahren, und die Polizei weigerte sich anzugeben, ob Kong verhaftet worden ist.
Der chinesische TT-Verband hat sich zu dem Vorfall komplett abgeriegelt. Saemtliche Funktionaere beantworten telefonische Anfragen der Presse mit "wir wissen nichts, bitte recherchieren Sie nicht mehr darueber." Zudem wurde in der Region Peking eine offizielle Nachrichtensperre durch die zustaendigen Medienkontrollstellen verhaengt, offenbar auf dem Treiben von Cai Zhenhua hin, der sein Einfluss als Assistenzdirektor des Nationalen Sportverwaltungsamt ausuebte.
Bei den grossen Nachrichten-Interportalen in China sind Meldungen zu diesem Fall tatsaechlich entweder gar nicht aufgetaucht oder mittelerweise wieder verschwunden. Dennoch hat sich der Fall natuerlich laengst ueberall herumgesprochen. Es duerfte davon ausgegangen werden, dass die Vertuschungsbemuehungen des chinesischen TT-Verbands den Ruf der Nationalmannschaft keinesfalls retten, sondern nur noch zusaetzlich beschaedigen werden.
Geändert von henrypijames (23.07.2006 um 19:01 Uhr)
|