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Alt 26.07.2006, 11:17
Günter Günter ist offline
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Günter ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Förderung des Nachwuchses in Bayern

Hemi trifft mit seinen Beiträgen ins Schwarze. Lukas auch ab und zu.
Viele Grüße nach Bayern und in den Osten der Republik.

Zitat:
Zitat von D.G.
Das Problem ist noch ein ganz anderes: Durch die auch zeitlich enormen Belastungen durch den Leistungssport blieb in all den Jahren bisher nicht genügend Zeit, ausreichend für die Schule zu lernen. Die Folge, die schulischen Leistungen lassen nach (z.B. fehlte Angelina durch die Teilnahme an drei Europameisterschaften und den Kaderlehrgängen pro Jahr 50 Schultage - auch durch das tägliche Training bis in die Abendstunden bleibt zu wenig Zeit für Hausaufgaben und zum Lernen). Aus diesem Grunde erfolgte zur Entlastung bereits ein Wechsel vom Gymnasium auf die Realschule, obwohl beim Wechsel die Noten im Gymnasium noch zufriedenstellend waren.
Die Quittung bekommt sie nun zum Abschluss. Der Notenschlüssel für einen Übertritt aufs Gymnasium ist z.Zt. nicht ausreichend. Auch eine Ausbildungsstelle ist schwer zu vermitteln.
Man ist in Bayern allein gelassen, niemand berät einen. Weder ein verantwortlicher Trainer noch jemand vom Leistungssportausschuss kümmert sich um solche Belange.
Dieter, da möchte ich widersprechen. Es bleibt/blieb genügend Zeit zu lernen.

Du hast die Angelina ins Tages/Teilzeitinternat geschickt, obwohl ihr im näheren Umkreis von Würzburg wohnt. Du hast dich auf die Zusagen der Verantwortlichen, zwecks schulischer Betreuung verlassen. Diese Betreuung war nur Stückwerk, dies war bekannt, auch dir. Spätestens nach dem Wechsel von A. vom Gymn. auf die Realschule mußte dir klar sein, das Internat ist für A. nicht die richtige Umgebung, schulisch betrachtet. Aber auch da holtest du sich nicht nach Hause und überließest immer noch die schulische Verantwortung dem Internat.
Ich wählte einen anderer Weg und weigerte mich, meinen Sohn ins Teilzeitinternat zu schicken, er nahm nur an jedem Internatstraining teil, er trainierte den gleichen Umfang wie A.. Ich ließ mir die Erziehung und Ausbildung nicht aus der Hand nehmen, mein Sohn sollte in seiner Familie aufwachsen. Auch er war zweimal bei den EUROS und fehlte oft in der Schule, vergleichbar mit deiner Tochter. Bloß er wurde halt zuhause angehalten, seinen schulischen Verpflichtungen nachzukommen, er wurde dabei unterstützt, was bei A. nicht möglich war, da sie erst spät abends nach Hause kam.
Sebastian geht zwischenzeitlich in die 11. Gym und hat einen Notenschnitt, der uns viel Freude macht und ihn seinem Traumberuf näher bringt.
Natürlich war/ist es auch im Internat möglich, das Abi zu machen. Schneider und Pache bewiesen/beweisen es. Das erfordert aber unheimlich viel Selbstdisziplin, die nicht alle aufbringen können, die dann halt Unterstützung brauchen, vor allem von den Eltern.
Ein Wechsel in ein anderes Bundesland ist, wenn man aus Bayern kommt, immer empfehlenswert, da stimme ich mit Hemi nicht überein. Wie du richtig schreibst, Dieter, in Bayern gibt es für TT-Sportler keine schulische Betreuung, es gibt keine begleitenden Maßnahmen, die gab/gibt es nur auf dem Papier und als Versprechen. Der "Rattenfänger von Hameln" läßt grüßen.
In BaWü z.B. gibt es sogenannte "Eliteschulen des Sports", Gymnasien, Real- und Hauptschulen, die es den Sportlern ermöglichen, mehrmals während der Unterrichtszeit zu trainieren und den entgangenen Stoff dann in komprimierter Form nachzuholen. Es gibt einen Lehrbeauftragten, der sich um die Belange der Sportler kümmert.

Hoffentlich trifft es jetzt Angelina in Hessen so, wie sie es sich vorstellt - es ist nicht alles Gold was glänzt, nicht in Hessen und nicht in BaWü - ich wünsche ihr es auf jeden Fall.

Viele Grüße

Günter
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