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AW: Möglicherweise neue Regel bei langen Noppen (Bestimmung der Reibung)
Zur Aesthetik im Tischtennissport: Ich habe noch nie ein schönes Viertligaspiel gesehen (CH; D: 3. Kreisklasse), egal ob die Kontrahenten mit NI, KN, LN, GLN, barem Holz, Keulen, Pfannen oder sonstwas gespielt haben. Die Attraktion ergab sich (wie bei lausigen Fussballspielen) einzig aus den spannenden Spielständen. Schön und teils von akrobatischer Qualität auf beiden Seiten waren die live mitverfolgten Spiele von Joo Sea Hyuk gegen Ma Lin, Kreanga und Schlager in Paris. In einem gewissen Sinne scheint mir sogar das 3. Ball-Punktgebolze von sportlich ästhetischem Wert zu sein (höchste Anforderungen an Koordination, Schnelligkeit, Antizipation, etc...).
Als unterklassiger Spieler, der auch irgendwo zwischen GLN und LN (meist in ox) lebt, muss ich sagen, dass das einzige wirklich gute Argument zugunsten einer Definition des Reibungskoeffizienten auf einigermassen griffigem Niveau wohl die Einfachheit des Spiels damit ist.
Man kann mit einer griffigen LN (immer in ox) Trickaufschläge fast so sicher und mindestens so eklig retournieren wie mit GLN. Man kann mindestens so gut (etwas effektiver aber mit leicht höherer Fehleranfälligkeit) abwehren. Irgendsowas wie Druckschupfer/eklige Schupfbälle lassen sich ähnlich sicher und eklig produzieren. Deutlich schwieriger und meist weniger effektiv sind Hinhalteblocks und Abstecher am Tisch. Das Letztere verhilft dem GLN-Spieler schon dazu, mit etwas geringerem technischem Können TS des Gegners eklig und relativ sicher retournieren zu können.
Ich wage nun zu behaupten, dass man im Prinzip mit einer griffigen LN bei entsprechendem technischem Können ein viel ekligeres Störspiel (wohl eher tischnahes Abwehrspiel) aufziehen kann als mit einer GLN: Schupfs/Returns mit unterschiedlichem, schwer lesbarem Schnitt, Abwehrschläge und Blocks mit Schnittvarianten die nicht nur vom Angreifer abhängen. Allerdings braucht das im Gegensatz zum Spiel mit der GLN gegenüber dem Angreifer wahrscheinlich sogar ein noch höheres technisches Niveau (als das des Angriffsspielers) um mithalten zu können.
Vielleicht werden die GLN-Firmen die noch ausstehende neue Regelung mit Neuentwicklungen ähnlich ausreizen wie die NI-Hersteller nun das Frischklebeverbot materialtechnisch mehr oder weniger zunichte machen werden. Vielleicht werden so wirklich nur die beiden Kehrseiten der Medallie (Frischkleben und GLN) leicht entschärft.
Ah ja, damit kein falscher Eiundruck entsteht: ich bin gegen ein GLN-Verbot.
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Dr. Strangelove
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