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Zitat von Rudi Endres
Ja, als das Frischkleben unter Profis Mode wurde, war´s mit den längeren Ballwechseln von Lieck und Stellwag vorbei.
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Na ja, in vielen Analysen der Vergangenheit - Trainerstimmen wie Christer Johansson, Zsoltan Berczik, M. Gadal - wurde immer wieder betont, daß das Frischkleben Ende der 70er Jahre eine Wachablösung beim Mannschafts-WM Titel (die weniger `schön` spielenden Chinesen wurden durch attraktives Topspinspiel aus der Halbdistanz der Ungarn Jonyer, Gergely und Klampar entthrohnt) erst möglich gemacht hat.
Später profitierten Supertechniker wie Appelgren und Waldner von dieser Entwicklung. Auch 1989 in Dortmund - wiederrum im Ma-Finale - hat Waldner und ganz besonders Appelgren gegen Jiang, Teng Yi und Cheng Longcan (alle nah am Tisch) gleich reihenweise aus der Ballonabwehr gezaubert und gepunktet - wie Secretin in seinen besten Zeiten...
Hätten diese Spieler seinerzeit nicht die Frischklebemöglichkeit gehabt, dann hätte sich mit ziemlicher Sicherheit damals das chin. Haurucktischtennis (im Ma-Endspiel zweimal Penholder mit kurzen Noppen) durchgesetzt...
Nicht von ungefähr hat China ja seit den achziger und vor allem in den 90er Jahren auch vermehrt Shakehandspieler in den Kader aufgenommen bzw. Penholder-Frischkleber mit glatten Belägen ausgebildet...
Wenn's mit dem Frischkleben irgendwann vorbei ist, dann wird dort der Penholderstil mit kurzen Noppen aussen nah an der Platte sicherlich wieder mehr gefördert; ob wir dann noch lange solche attraktiven Ballwechsel sehen wie bei Ma Lin und Wang Liqin...?
Im übrigen gab's zu allen Zeiten und Epochen - vor und während des Frischklebens - Spieler mit optisch `schönem` Spiel: Alser, Secretin, Gergely, Guo, Stellwag, Grubba, Appelgren, Waldner, Lupulescu, Gatien, Boll.... - von Abwehrspielern wie Chen Xinhua oder Ding Song (beide mit frisch geklebter Vorhand) gar nicht zu reden...