Was hast Du denn für eine Vorstellung von Krieg? Das ist eine äußerst blutige Sache, wo man gerade so die wirklich hässlichen Dinge wie Massenmord verhindern kann. Israel hat meiner Meinung nach eine Legitimation, weil es sich um einen Verteidigungskrieg handelt. Das konnte Amerika vor ein paar Jahren nicht wirklich sagen. Wenn der Krieg "ungerecht" aufgrund der großen militärischen Macht von Israel und der geringeren der Hisbollah, die gar nicht so klein ist, sein soll, dann kann Israel nichts dafür, schließlich wusste die Hisbollah worauf sie sich einlässt. Wozu rüstet denn jeder weltweit auf, nicht alles sind Waffennarren.
Das Argument richtet sich gegen diese verträumten Menschen, die auf einmal meinen das Krieg ja eine "echt schlimme Sache" und Gewalt " richtig gemein " sei. Wenn Gewalt Sie wirklich stören sollte, dann frage ich mich, wo denn sonst diese Herren sind.
Es ist kein Argument zu sagen, da ein Guerillakrieg nur den Guerillakriegern hilft, brauchen wir erst gar nicht anfangen uns zu wehren. Die Hisbollah ist sehr wohl geschwächt worden, schließlich zahlt sie jetzt schon hohe Kriegsentschädigungen an Libanesen, auch weil sie sich sorgen um ihre Machtbasis macht.
So blöd es klingt, scheint Guerillakrieg derzeit wirklich seine eigenen Gesetze zu haben, denn die normalen internationalen Kriegsgesetze scheinen nicht auf einen Guerillakrieg anwendbar zu sein. Professor Wolfssohn äußerte sich auch schon in dieser Richtung im Tagesspiegel, wobei man sagen muss, dass der Gedanke nicht von ihm stammt und auch sonst dieser Mann mit Vorsicht genossen werden muss.
Ich glaube weiterhin, dass man mit einer großangelegten Invasion die Hisbollah vernichten kann. Man könnte danach das Land wieder aufbauen, wofür die EU auch schon wieder Gelder abgibt, wobei man sich jetzt fragen muss, warum? In ein paar Jahren beginnt das Spielchen wieder von neuem und dann sollen wir wieder zahlen. Man hat es damals auch geschafft, die Nazistrukturen aus Deutschland zu tilgen, die auch viel mehr im Staat verankert war, wenn sie es selbst nicht schon waren. Dieser Vergleich dient aber nun nicht dazu Hisbollah und NS gleichzusetzen, damit wir uns verstehen.
Ich weiß nicht, welches Fernsehen Du guckst, aber ich für meine eher eine pro-libanesische Sicht in den Nachrichten zu erkennen. Z.B. Weltspiegel am vergangenen Sonntag: Es war die Rede von den Opfern auf beiden Seiten, letztendlich lief aber nur eine viertelstündiger Beitrag über die Opfer aus dem Libanon.
Ohne hier in diesem Forum speziell einen zu meinen, habe ich manchmal das Gefühl, dass Israel nur in einer äußerst defensiven "Rolle" gefällt. Wenn nun auf einmal Raketen aus Holland von Fundamentalisten kämen, die uns einfach wegen unseres Deutschseins töten wollen und nicht von irgendeiner Regierung der Niederlande gestoppt werden könnten, dann würde auch die BRD gut zupacken.
Die westliche Politik mag sein wie sie will, sie mag ausbeutend und vielleicht auch imperialistisch sein, aber sie fordert keine Toten. Es gibt einfach keine Legitimation Andersgläubige einfach abschlachten zu wollen.
Von mir aus kann man diese Länder so lassen, wie sie es selbst wollen. Spätestens wenn das Öl versiegt ist, gibt es auch keine Gründe mehr Handel im größeren Stil zu pflegen. Wenn aber diese Länder mich bedrohen und grundsätzlich feindlich mir gegenüber sind, dann darf ich erstens handeln und zweitens wird dann auch gehandelt werden. Hätte Saudi-Arabie nicht so viel Öl, hätte es gewaltige Probleme mit den USA, weil es bekannt ist, dass ein Großteil der Attentäter vom 11. September von dort stammte.
Toleranz und Einsichtigkeit sind hohe Werte, die hierzulande bis zur Selbstaufgabe betrieben werden ("Auch Intoleranz muss man tolerieren können!"), aber selten von islamischen Dachorganisationen hört. In Deutschland mag das noch klappen, aber wie der Artikel zeigt, ist das schon in England anders. Natürlich gilt das obrige Statement nicht für den einzelnen, das ist doch klar.
http://www.tagesspiegel.de/politik/a...06/2723902.asp
Generell würde mich mal die oft gestellte Frage interessieren, ob der Islam mit seinen Aufrufen zum Töten überhaupt eine friedliche Religion sein kann. Ich habe zwar noch nie eine genaue Zahl dieser Aufrufe gehört, aber es sollen doch schon einige sein.
Meine Meinung zu diesem Thema ist ein JA. Das Christentum hat es geschafft, sich davor zu bewahren, aufgrund seltsamer Exegese zu einer Legitimation von Mord gemacht zu werden. Allerdings ist aber auch anzumerken, dass "echte" Korankritik eher von europäischen Universitäten und christlichen Islamwissenschaftlern kommt. Ist das Dogma, dass der Koran von Allah höchstpersönlich diktiert worden ist, so mächtig jeglichen Interpretationsspielraum zu vernichten?