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Zitat von Rahul Nelson
Dem Berichterstatter zu attestieren, dass er eine „rosarote Brille” trägt und „Schönfärberei” betreibt, verstehe ich allerdings als Kritik an meiner redaktionellen Arbeit. Da gibt es wohl auch nichts misszuverstehen.
Eine solche Form der Berichterstattung genügt meinem journalistischen Anspruch keineswegs, und ich wiederhole meine Auffassung: Wer öffentlich derartige Vorwürfe erhebt, sollte Sie auch belegen bzw. mit Beispielen unterfüttern.
Die Kritik richtete sich ja gegen die Berichterstattung über die deutsche(n) Mannschaft(en) bei der WM 2006 in Bremen:
Ich wiederhole meine Frage: An welchem Punkt der WM-Berichterstattung hat hier die Kritik gefehlt? Geht es um die deutschen Damen, über die Jörg Petrasch brichtet hat, oder um die deutschen Herren, die ich begleitet habe? Was genau haben wir denn angeblich unter den Tisch gekehrt oder nicht kritisch beleuchtet?
„tischtennis” ist allerdings ein deutsches Magazin und kein internationales. Ich räume gern ein: So, wie im Lokalsport einer Tageszeitung die heimische Fußballmannschaft mit einer gewissen Sympathie begleitet wird, so tun wir dies auch in „tischtennis” mit unseren Nationalmannschaften. Nichts anderes geschieht hier im Forum, wo den Nationalteams die Daumen gedrückt werden.
Es gibt – und dies ist ein typisch deutsches Phänomen – viele Journalisten, die sich stets auf das Negative konzentrieren, ja geradezu danach suchen. Wenn ein Fußballteam mit 4:0 gewinnt, wird der Trainer gefragt, was denn wohl in den letzten 20 Minuten los war, in denen seine Mannschaft kein Tor mehr erzielt hat. Ist da der Schlendrian eingekehrt? Oder hat etwa die Kondition nicht gereicht?
Man braucht sich nur die Nachrichten anzuhören oder anzusehen, um einen Eindruck von jener Art von Journalismus zu bekommen, die m. E. zu einem beträchtlichen Teil für die schlechte Stimmung in diesem Land verantwortlich ist. Wer meint, man müsse stets krampfhaft nach dem Haar in der Suppe suchen, vertritt eine andere Auffassung von Journalismus als ich. Das heißt nicht, dass ich es verschweige, wenn ich eines finde. Aber das Entscheidende ist und bleibt für mich die Suppe.
Zur WM in Bremen, die Leistung der deutschen Herren betreffend: Ich habe kein Haar gefunden und fand die Suppe sogar ausgezeichnet.
Wo, bitte, war nun das Haar?
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Hallo Herr Nelson,
ich habe eine Gegenfrage: Wo habe ich mich in meiner Ausführung eigentlich auf die WM 2006 bezogen?
Nirgends, ich habe aus dem Gedächtnis heraus einige Großereignisse der Vergangenheit und deren Berichte aufgelistet mit dem Hinweis, in Ermangelung an Zeit keine konkreten Beispiele nennen zu können. Ich werde mir nun aber die Mühe machen und dies in den nächsten Tagen nachholen.
Zur "rosaroten" Brille werde ich Beispiele nennen, da dies wohl der Punkt ist, an welchem sie sich am meisten stören. Letztendlich gibt es verschiedene
Ansichten, welche sich bekanntlich nicht immer decken.
Meine "Kritik", wenn Sie so wollen, bezog sich hauptsächlich auf die Serie "Die Könner", die fehlende Berichterstattung über die zweite Liga und vor allem die Berichterstattung bei Großereignissen. In früheren Zeiten wurde auch mal über Trends bei der Spielanlage berichtet (auch bei den "Könnern"), über Stärken und Schwächen der einzelnen DTTB-Starter (Herrvorragend die "Bewertung" der WM 1989 gegenüber der EM 2002 bzw. 2005),über Hintergrund-Wissen (wieder ein Beispiel "Spielanalyse der Schweden nach der WM 1989", ich glaube, das war im Heft 05/89?).
Wie bereits erwähnt, ich halte dies für eine Begleiterscheinung des Zeitgeists (höher, schneller,weiter) und sehe das nicht als Kritik allein am TT.
Die erfragten Beispiele liefere ich Ihnen die nächsten Tage nach.
Desweiteren bitte ich um Akzeptanz einer Meinung, auch wenn diese nicht mit Ihrer Bewertung konform geht.
Mit freundlichen Grüßen