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Alt 23.08.2006, 15:48
Taugenichts Taugenichts ist offline
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AW: Schwerer in Unteren klassen ?!?!

Na dann kann ich ja mal einen entsprechenden Tip geben. Was bezüglich Spiellesen und Geduld gesagt wurde ist schon in Ordnung, nur sollte man als "Normalspieler" trotzdem immer daran arbeiten, dem "Krummspieler" das eigene Spiel aufzuzwingen. Das Problem ist ja häufig, dass beim Mitkrökeln unorthodoxe Zufallsbälle des Gegners viele Fehler und einfache Vorlagen provozieren. Wenn es dem "Topspinjunioren" gelingt, seinen Hauptschlag mit geschickter Platzierung einzusetzen kommen definierbare Spielsituationen zustande. Einen anständigen TS kann man Blocken, Gegenziehen oder Abwehren (zugegebenermassen auch mit "Waldner'scher Variationsbreite", aber dennoch...), so dass eine weniger von Zufällen geprägte für den Angreifer einfacher einzuordnende Spielsituation zustande kommt.

Meine Erfahrung in der TT-ausbildungsmässig insgesamt weniger gut dotierten schweizerischen Umgebung ist, dass für den Topspinspieler häufig der erste Ball die entscheidende Hürde ist. Wenn der zuwenig häufig gelingt, beginnen die Spieler eher defensiv das "krumme Spiel" mitzumachen, was natürlich meistens auch schief herauskommt. Hat man die wichtige Hürde des ersten Balles einmal geschafft, stellen viele "Krummspieler" überhaupt kein Problem mehr dar.

Ich würde im übrigen auch mal ein bischen zwischen "Krummspielern" und Spielern mit unorthodoxem Spiel unterscheiden. Ein "Krummspieler" ist aus meiner Sicht etwas bösartig gesagt jemand, bei dem praktisch jeder Ball ein reines Zufallsprodukt ist. Diese Spieler findet man wohl nie in etwas höheren Spielklassen. Hingegen sind unorthodoxe Spielstile und Systeme im Prinzip bis weit oben vertreten, je nach Definition auch in der Weltspitze. Ein unorthodoxer Spieler weiss genau was er mit dem Ball macht, er kann wilde Attacken des Gegners mit seinen Defensivtechniken neutralisieren und selber sehr gezielte giftige Offensivaktionen starten. Gegen solche Spieler wird man immer Probleme haben, aber nicht primär wegen der eigenartigen Spielweise sondern weil sie gute Tischtennisspieler sind.
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Dr. Strangelove
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