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Zitat von Re-Impact-Sebi
 Kein Werbeprosageschwafel,sondern Wissen
Ich habe mich schon mit Achim Rendler unterhalten und mit Leuten,die schon bei diesen Messungen dabei waren.
Es ist ein Objektiver Wert kein subjektiver.
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Naja...
Tom Stakemeier aka Noppennorbert hat schon das Wesentliche über den Beginn des Rendler-Hypes bei TT-News berichtet. Ich habe dazu damals auch meinen Teil beigetragen, weil ich zu damaliger Zeit wirklich von R-I überzeugt war. Hat mich eine Menge Geld gekostet, diese Überzeugung.
Ich habe mich auch mehrfach mit A. Rendler unterhalten, mit ihm im Forum und per Email diskutiert. Ich habe mir sogar die Mühe gemacht, seine Patentschriften online beim Bundespatentamt einzusehen.
Messungen hin oder Messungen her, Vergleichsreihen werden sicher auch andere Hersteller anstellen, die großen sicherlich mit entsprechenden Messreihen, die Eigenbauer nach dem Try-and-Error-Prinzip.
Mit den Rendlerschen Messungen habe ich allerdings so meine Probleme, weil die Angaben z.B. zur Schnelligkeit der Hölzer nie mit der Realität übereingestimmt haben. Sie waren immer schneller als angegeben.
Dasselbe gilt für die Spinangaben. xy% mehr an Spin gegenüber sonstigen Hölzern, das ist einfach Blödsinn. Nicht ohne Grund haben viele, vor allem höherklassige Spieler immer wieder bemängelt, dass sie mit R-I weniger Spin erzielen können als mit konventionellen Hölzern.
Dann kam immer das Argument mit der Technikumstellung. Das ist so ziemlich das lächerlichste Vorbringen in dieser Debatte. Normalerweise kauft man sich doch ein Holz, dass die eigene Spielweise und die eigene Technik unterstützt, und nicht etwa ein Holz, bei dem man seine Technik komplett ändern muss. Das soll man mal einem Spitzenspieler klarmachen, der lacht sich tot (ich habe entsprechende Äußerungen oft gehört). Damit hat sich Rendler allerdings auch das Totschlags- und Entschuldigungsargument schlechthin zurechtgelegt, wenn jemand nicht mit einem R-I zufrieden ist: Hättest Du Deine Technik umgestellt, dann wärest Du zufrieden. Selber schuld, ätsch. Merke: Der Spieler ist schuld, wenn er nicht mit R-I spielen kann, nicht das Holz. Umgekehrt wird auch ein Schuh daraus: Komme ich nicht damit zurecht, ist das Holz Mist.
Auch wurden wohl vor allem in der Anfangszeit sehr viele Hölzer auf den Markt gebracht, die nach dem Prinzip von Softwareunternehmen gestaltet wurden: Produkt reift beim Anwender.
<Ironie an> Soll heissen: Wir machen ein neues Produkt, lassen den Anwender dafür bezahlen, dass er ein noch nicht ausgereiftes Produkt kauft und für uns testet, lassen uns die Fehlermeldungen und Verbesserungswünsche mitteilen, die wir dann in Folgeprodukte übernehmen, die wir uns wieder vom Anwender bezahlen lassen. Nach etlichen "Udates" und "Upgrades" - alle kostenpflichtig - hat das Produkt dann einen Reifegrad erreicht, den man dem Käufer bereits für die Urfassung versprochen hat. <Ironie aus>.
Ich habe auch mal die These vertreten, dass gerade für Materialspieler diese Hölzer eine gewisse Berechtigung haben. Dieser Ansicht vertrete ich immer noch. Allerdings kann man auch als Materialspieler, wenn man nur will, im Bereich der konventionellen Hölzer genügend Alternativen finden, die mindestens ebenso gut, wenn nicht sogar besser sind als ein R-I-Modell (wer mag, kann das in meinem Profil nachlesen), und allemal preiswerter.
Von der Rendlerschen Preisgestaltung mag man halten, was man mag. Jeder Hersteller, Anbieter, Händler hat das Recht, den maximalen Preis für seine Produkte herauszuschlagen, also auch Rendler. Wer bereit ist, diesen Preis zu bezahlen, der soll es tun, und er sollte wissen, was er unter Umständen bekommt: Ein möglicherweise in einer Eigenschaft hochspezialisiertes Holz mit Defiziten in anderen Bereichen.
Der sektenartige Charakter der Rendlerei, wie sie in einem Nachbarforum betrieben wird, wurde ebenfalls schon erwähnt.
R-I scheint sich jedenfalls ganz gut am Markt etabliert zu haben. Und in jedem Fall gebührt den Rendlers Anerkennung für hervorragendes Marketing. Vielen TT-Spielern zu suggerieren, sie würden allein durch den Kauf eines R-I-Holzes ein oder zwei Spielklassen dauerhaft besser werden, ist schon eine tolle Leistung.