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AW: Konterschläge von langen Noppen: Was tun?
Die Beschreibung von Motion-Man ist nur eingeschränkt gültig und zwar nur für glatte Langnoppen.
Mit "normalen" griffigen Langnoppen ist ein gekonterter Ball so gut wie immer völlig spinlos ("tot") und zwar unabhängig davon, wie viel oder wenig Spin man selber mit dem vorherigen Schlag erzeugt hat (ebenso Anti, ungriffigere KN, mittellange Noppen, Brettchen (Barna-Analog), Rollaufschlag mit GLN).
Da der Ball ins Netz zieht, hält sich hartnäckig das Gerücht, es sei Unterschitt darin.
Das scheint aber nur so, weil in einem normalen Konterball mit NI-Belägen immer ein gewisses Maß an Topspin enthalten ist.
"Tote Bälle" druckvoll zu spielen (Konter, Topspin, etc.) ist nicht so einfach, weil man die Richtung des Balles und seine Rotation vollkommen selbst bestimmen muss, ohne dass man ankommende Rotation berücksichtigen müsste. So einfach das klingt, ist es doch völlig ungewohnt und daher fehlerträchtig.
Daher muss beim Kontern der Ball regelrecht geführt werden, der Blattwinkel und die Schlagrichtung muss genau dahin gehen, wo der Ball auch hin soll. Auch das Tempo muss entsprechend hoch gewählt werden.
Wie gesagt, klingt primitiv, aber diese Situation gibt es nur noch sehr selten im TT.
Je katapultigere Beläge man spielt, desto schwerer ist die "Umstellung", da der Katapult auf ankommenden Spin einsetzt, was in dieser Situation aber überhaupt nicht gegeben ist.
Daher sollte man sich darauf konzentrieren und dann sollte es funktionieren.
Ebenso beim Topspin, nur da finde ich es noch schwerer, weil die Schlagbewegung noch komplexer ist. Außerdem bekommt man bei weitem nicht so viel Spin in einen toten Ball, wie in einen ankommenden Topspinball. Gespielte Topspins auf tote Bälle sind daher meist ziemlich spinarm.
Der Treffzeitpunkt für solche Bälle ist im Grunde frei wählbar. Da allerdings auch hier jegliche Änderung des Absprungwinkels (wie z.B. bei Topspin) ausbleibt, wird der Absprung oft fehleingeschätzt, man hat den Eindruck der Ball "bleibt stehen", "fällt runter" oder "rutscht ab". Alles Anzeichen dafür, dass man den erhöhten, beschleunigten Absprung von Topspinbällen so verinnerlicht hat, dass man das als normal ansieht.
Daher geht man tatsächlich das geringste Risiko ein, indem man solche Bälle möglichst früh nimmt, da sich hier der "verzögerte" Absprung noch nicht so bemerkbar macht und man mit seiner Einschätzung der Position des Balles meist noch relativ richtig liegt.
Hier macht sich dann auch ein beherztes Angehen des Balles bezahlt, weil der Ball a) nicht so weit springt und b) nach dem Absprung nicht so schnell ist, wie man das gewohnt ist.
Oft ist man auch durch das Gefühl beim Schlag verwirrt, weil der Ball auf dem Schläger gar nicht mit so viel Wucht "einschlägt", was eben am fehlenden Spin liegt. Man hat nur den frontalen Auftreffimpuls, aber keine seitliche Kraft durch irgendeinen Schnitt/Spin.
Das beißt sich dann wieder mit der Erwartung, dass der Ball schneller sein müsste und man das ja ensprechend zu fühlen gewohnt ist.
Das sind meine Überlegungen dazu. Das Problem an sich ist analog zum GLN-Problem gelagert: Ungewohnte Reaktion des Balles.
Lösung: Umdenken und Gewohnheiten bewusst durchbrechen.
Einige haben das Talent, solche Bälle zu 90% durchschießen zu können. Die müssen sich solche Gedanken nicht machen. Ich kann das nicht (jedenfalls nicht annähernd mit dieser Quote) und muss mich daher damit auseinandersetzen.
So funktioniert es aber ganz gut.
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Tibhar Aurus/Avalox J-Power/Andro Hexer Duro
Geändert von Bow (26.08.2006 um 01:43 Uhr)
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