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Alt 30.08.2006, 08:43
Balian Balian ist offline
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AW: Hat Tischtennis ein Imageproblem?

Tischtennis an sich hat kein Image-Problem, lediglich viele Vereinsspieler haben ein Problem mit dem Image des Tischtennissports in der breiten Öffentlichkeit. Das bestehende und von vielen auch völlig richtig skizzierte Image einer Breitensportart mit Unterhaltungscharakter existiert eigentlich schon von den Anfängen der Sportart an als noch im Frack in Cafehäusern gespielt wurde.

Und machen wir uns doch nichts vor: die aktuell ca. 650.000 Vereinsspieler, die sich áls der Nabel der Sportart betrachten sind im Heer der Millionen von Hobbyspielern an Steinplatten oder in Kellern und Garagen nur ein verschwindend kleiner Bruchteil. Und selbst die Mehrheit dieser kleiner Untergruppe betreibt ihren Sport nicht als Hochleistungssport sondern in erster Linie als Hobby und wegen des Biers danach. Ein Balleimertraining kennen diese Sportkameraden oft nicht einmal vom Hörensagen.

Insofern ist das Image im Vergleich zu Fußball, Handball oder auch Basketball durchaus berechtigt, denn da wird auch in den Altherrenmannschaften noch richtig gekämpft und gelaufen.

Anstatt immer über das vermeintlich schlechte Image zu klagen und dieses grundlegend verändern zu wollen, sollte man sich doch überlegen, welche positiven Seite dieses Image auch hat. Ich behaupte einmal es gibt neben König Fußball keine andere Sportart, von der die breite Masse behaupten kann, sie hätte sie schon mal ausgeübt und glaubt sie könne mitreden. Viele andere Sportarten träumen von einem solchen Bekanntheitsgrad, fragt doch mal die Handballer oder die Hockeyspieler in euren Vereinen.

Außerdem gibt es auch andere Sportarten, die derselben Kategorie zuzuordnen sind. Denkt doch mal an Badminton, das wird in der Öffentlichkeit mit dem behäbigen Federball gleichgesetzt und ist dabei doch eine der dynamischten Sportarten überhaupt. Billard ist in den Augen der Öffentlichkeit eine Kneipenbeschäftigung, die Vereinsspieler oder gar die Leistungsspitze sieht das aus ihrer Sicht zu Recht völlig anders.

Aber ohne dieses Freizeitsportimage hätten alle Vereine in ihren Tischtennis-- oder auch in geringerem Maße Badmintonjugendabteilungen nicht den Zulauf den sie haben, fragt mal die anderen Abteilungen (außer Fußball) in eurem Verein.

Viel wichtiger wäre es dieses Image zu akzeptieren und das beste daraus zu machen, aber wenn ich mir die Konzepte in der Nachwuchsarbeit der Vereine ansehe, dann geht es dort wo Jugendarbeit überhaupt stattfindet, eher darum viele kleine Timo Boll's herauszubringen und weniger um den dringend benötigten Nachwuchs für die Kreisklasse.

Fazit: Tischtennis hat in der Öffentlichkeit ein Image als Freizeitsport, ob uns Vereinsspieler das Recht ist oder nicht, und ändern wird sich das in absehbarer Zeit höchstens graduell. Viel wichtiger wäre es den Breitensportbereich auszubauen und nicht immer nur auf den Spitzensport und Fernsehzeiten zu schielen.
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