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Alt 09.04.2002, 12:17
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Tischtennis: Timo Boll freut sich über EM-Gewinn - Werbefeldzug geplant

Rhein-Zeitung

Tischtennis: Timo Boll freut sich über EM-Gewinn - Werbefeldzug geplant
Goldmedaillen sollen versilbert werden

Der große Triumphator von Zagreb: Timo Boll heimste bei der Tischtennis-EM zwei Goldmedaillen ein.

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Zagreb - Der Weg auf den EM-Thron war schwierig, der Weg zum Medienstar wird für Timo Boll noch viel schwieriger.

"Der Erfolg ist da. Jetzt hat mein Manager etwas zu tun", stellte der neue Tischtennis-Europameister nach seiner grandiosen Vorstellung in Zagreb fest. Der 21-jährige Hesse ist trotz seiner Jugend sportlich ein kompletter und fast ausgereifter Spieler. Privat wirkt er ruhig und manchmal schüchtern. Als bescheidener und bodenständiger Typ galt er bisher als schwer vermarktbar. Doch auch auf diesem Gebiet hat sich der Linkshänder enorm verbessert. Die Sieger-Pressekonferenz in Englisch bewältigte der "Golden Boy" des Deutschen Tischtennis-Bundes souverän.

1998, als er in Saarbrücken an seinem 17. Geburtstag erstmals deutscher Meister wurde, brachte er kaum einen Ton heraus. Beim Sieger-Essen im Zagreber Opera-Hotel verblüffte der zweifache Europameister seine Kollegen und den Trainerstab mit einer kurzen Ansprache aus dem Stegreif.


"Jahrhundert-Talent"

"Ich bedanke mich bei allen und hoffe, dass mein Erfolg der Sportart hilft", sagte Boll. 1989, als Roßkopf/Fetzner Weltmeister wurden, und 1992, als Roßkopf den EM-Titel holte, verpufften die Siege nach kurzer Zeit. Tischtennis wurde das Ping Pong-Image nicht los. Das soll jetzt anders werden. Vor wenigen Monaten nahm die Marketingagentur ISMM des Ochsenhausener Tischtennis-Managers Rainer Ihle das "Jahrhundert-Talent" unter Vertrag.

"Lockerer Typ und sieht gut aus"

"Timo ist ein lockerer Typ und sieht gut aus", meinte Ihle. Er will nun einen Werbefeldzug bei potenziellen Sponsoren starten. In der Vergangenheit war das Verhältnis zwischen Ihle und dem DTTB, gelinde ausgedrückt, nicht immer harmonisch. Für Boll, der sich stark an seinem Heimtrainer Helmut Hampl orientiert, ist das kein Problem. "Alle Aufgaben sind abgestimmt. Die Trainer kümmern sich um den sportlichen Bereich, der Manager um die Vermarktung. Das harmoniert gut", sagte der Europameister.

Der Verband wird Boll natürlich als Werbelokomotive für seine nächsten Großveranstaltungen German Open im Herbst in Magdeburg und Europa Top 12 im Januar 2003 in Saarbrücken einspannen. Mittel- und langfristigen Erfolg verspricht die von DTTB-Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb empfohlene Strategie, mit Boll und den anderen deutschen Talenten die Tischtennis-Weltmacht China anzugreifen.

Duelle gegen Chinesen versprechen Brisanz

"Boll gegen China", das verspricht für die Zukunft spannende Duelle. Bereits im Mai 2003 findet in Paris die Einzel- Weltmeisterschaft statt. Mit dieser Strategie kann sich auch Europas neuer Champion anfreunden, der in der nächsten Weltrangliste im Mai nach ersten Berechnungen auf Platz drei klettern wird. "Ich arbeite daran, die Chinesen regelmäßig zu schlagen. Allzu viel fehlt nicht mehr", erklärte der Held von Zagreb.

Nur am Montag wollte er sich einen trainingsfreien Tag nehmen. Am Freitag steht das nächste Bundesligaspiel für den TTV Rebau Gönnern auf dem Programm. "Ich bin Profi genug, mich voll für den Verein einzusetzen", sagte Boll.

Von Peter Hübner, dpa - Fotos: dpa
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