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Alt 09.04.2002, 13:10
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Harte Arbeit und Trainingseifer

Main-Post Würzburg

Harte Arbeit und Trainingseifer 08.04.2002 17:54

Als kleiner Junge wollte er nach eigener Aussage Bankdirektor werden. Jetzt ist Timo Boll mit 21 Jahren Tischtennis-Europameister im Einzel und Doppel geworden. Sein jetziger Klub, der TTV Gönnern, bewies Mut und holte ihn bereits mit 14 Jahren aus der Oberliga in die Zweite Liga. Ein Jahr später schlug Boll als jüngster Spieler der Geschichte in der Bundesliga auf. Und schon damals strafte er alle Skeptiker Lügen, erreichte eine fast ausgeglichene Bilanz. Nun erklomm Boll den europäischen Tischtennis-Olymp.

Sein Erfolg ist alles andere als Zufall. In Zeiten des Bosman-Urteils, wo zwei Vereine der Bundesliga gänzlich auf deutsche Nachwuchsspieler verzichten, hat sich Boll durchgebissen. In einem Verein, der gegen den Strom schwamm und einem jungen Talent die Chance gab, sich zu profilieren. Im Gegensatz zu vielen anderen Talenten hierzulande, die zuerst die Hand aufhielten und auf hohe Gagen hofften, hat der 21-Jährige begriffen, worauf es ankommt: Trainingseifer und harte Arbeit. Das gewisse Händchen alleine reicht längst nicht mehr aus, um in der Tischtennis-Weltspitze mitzumischen.

Insofern kann Boll für die Jugend ein Vorbild sein, auch aufgrund seines Auftretens: ruhig, zurückhaltend, ja fast scheu ist er. Große Sprüche klopfen ist nicht sein Ding. Es bleibt abzuwarten, ob es mit ihm gelingt, Tischtennis endlich von seinem Ping-Pong-Image wegzubringen. Mit Bolls Erfolg und der hinter ihm stehenden jungen Nationalmannschaft ist der Grundstein für weitere Triumphe jedenfalls gelegt.

Für die deutschen Nachwuchsspieler ist der Erfolg des Timo Boll auf jeden Fall ein Hoffnungsschimmer. Mit Trainingseifer und harter Arbeit kann man auch gegen die hochkarätige internationale Konkurrenz bestehen. Hoffnung darf sich übrigens auch die eben aus dem Oberhaus abgestiegene TTK Würzburger Hofbräu machen. Bei ihr sind derzeit mit Andreas Ball und Benjamin Rösner zwei der größten deutschen Nachwuchshoffnungen unter Vertrag. Und deren Trainer Thomas Müller war einst Assistent von Helmut Hampl. Dem Coach, der aus dem Rohdiamanten Timo Boll einen Europameister formte. Dank Trainingseifer und harter Arbeit.
Von unserem Redaktionsmitglied Ralph Bauer
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