Prosa und Lyrik schön und gut..... - aber natürlich gibt's auch ein paar grosse Klassiker bei den Comic Autoren, die in keiner gut sortierten Hausbibliothek fehlen sollten.
Ganz vorn dabei: der Amerikaner Carl Barks (1901 - 2000)
Er lieferte für den Disney Konzern in den vierziger, fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen Großteil der Donald Duck Geschichten, die seit Ende der Sechziger dann teilweise auch in Deutschland erschienen - meist in sehr gelungenen Übersetzungen des Ehapa-Verlages von Lektorin und Chefredakteurin Dr. Erika Fuchs.
Während die amerikanischen Originale heute in Sammlerkreisen enorm gesucht und sündhaft teuer geworden sind und auch die frühen deutschen Erstauflagen (in der Serie ´die tollsten Geschichten von Donald Duck´) mittlererweile dreistellige Liebhaberpreise pro gut erhaltenem Heft erzielen, ist in den letzten Jahren ein Großteil dieser Stories wieder neu aufgelegt worden: Titel ´Die Carl Barks Library´, in jeder Comicothek zu finden...
Dieser Autor machte aus dem guten Donald erst die bekannte, vielschichte Figur: oft tolpatschig, tragisch u. cholerisch - zuweilen aber auch mutig, talentiert und erfolgreich. Zudem erfand er eine ganze Reihe schillernder Haupt- und Nebencharaktere: Uncle Scrooge (Onkel Dagobert), The Beagle Boys (die Panzerkacker), Gladstone Gander (Gustav Gans), Gyro Gearloose (Daniel Düsentrieb, der geniale Erfinder) und viele andere (die Neffen, Huey, Duey and Louey gab's schon vorher) .
Barks gilt nicht nur als einer der stilistisch ausgefeiltesten Comic-Zeichner aller Zeiten mit enormer Phantasie und Kreativität beim Konzipieren von Stories , auch seine Sprache ist außergewöhnlich: lebhaft, klar, facettenreich, humorvoll und voller origineller und hintergründiger Wortschöpfungen, die sich dem Leser oft erst bei genauerer Betrachtung in ihrer ganzen Vielfalt voll erschliessen. Aufgrund dieser phänomenalen Begabung bleiben ihm viele Anhänger meist ein Leben lang treu.
In Deutschland gibt es sogar einen alteingesessenen elitären Fanklub, seinerzeit von Herrn Professor Hans von Storch gegründet, der sich jedes Jahr zu einer grossen Tagung trifft, in der die Werke von Carl Barks unter verschiedenen (auch wissenschaftlichen) Aspekten beleuchtet und diskutiert werden; die Mitglieder sind vielfach Akademiker: Juristen, Germanisten, Film- und Theaterwissenschaftler, Ärzte, Soziologen, Psychologen, Philosophen...
Nähere Infos unter
www.donald.org/forschung/