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Alt 17.04.2002, 10:39
G. Klotz G. Klotz ist offline
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Grundsätzlich ja - aber

Realistisch gesehen dürften wir Europäer nur sehr geringe Erfolgsaussichten haben. Trotz des großen Balls, der neuen Zählweise und auch des Aufschlags. Das sind alles Regelungen, die den Chinesen wahrscheinlich besonders weh tun. Sie arbeiten aber mehr und systematischer. Sie investieren mehr Geld und sie investieren auch besser, nämlich in die Ausbildung der Spieler, der Trainer und in die Forschung.

Sie haben ein überragendes Trainerpotential aus Personen, die nicht nur erstklassig ausgebildet sind sondern auch oft Weltklassespieler waren. Da kommen sehr viel Wissen, Erfahrung un Können zusammen. Aufmerksame Beobachter können auch feststellen, dass die Chinesen ihr neues Programm, intensiv auf die jetzt 13-16-Jährigen zu setzen und sie international voranzubringen bereits verwirklichen. Wenn laut DTS bei den Austrian open ein Doppel aus 13 und 15 Jahre alten Mädchen das Doppel gewinnt und dabei die europäische Topkombination Steff/Boros besiegt, wenn die 15-Jährige im Einzel Schöpp schlägt, kann man sehen, wie dort gearbeitet wird und wohin die Reise geht.

Deshalb kann die Antwort nur lauten: China bleibt in absehbarer Zukunft, mindestens bis zu den olympischen Spielen in Peking!, sehr klar vor Europa.

Die Fragestellung lautet aber: kann Europa die Chinesen fordern, bestehen CHANCEN?


Natürlich kann Europa die Chinesen fordern.
Grundsätzlich besteht die Chance, vor allem natürlich in den Einzelwettbewerben, wenn man entsprechend gut arbeitet - auch europäisch zusammenarbeitet. Am Talent fehlt es nicht und auch die europäischen Systeme haben Vorteile.

Man darf aber den Glauben an sich und die Geduld nie verlieren. Die Europäer und die Schweden voraus haben in den 80er Jahren 10 Jahre gebraucht, und drei schwere 0:5 Niederlagen, bevor sie in Dortmund an die Spitze gekommen sind.


Im Moment haben die europäischen Herren nur sehr wenige jüngere Spieler mit Aussichten. Schon Samsonov ist nicht mehr der allerjüngste (bezogen auf den olympischen Rythmus).
Timo Boll gehört mit Sicherheit dazu.

Es wäre eine grandiose Leistung, wenn er es in diesem Spiel "fast allein gegen alle" schaffen würde - gegen die jetzige immer noch junge Generation und gegen die bereits anrollende neue Welle - und er ist dazu in der Lage!

Auch Spielerinnen wie Steff oder Boros sind glänzende Talente, auch nach chinesischen Maßstäben. Doch der Weg der europäischen Damen wird lang werden gegen die besten asiatischen Länder. Nicht nur gegen China.

Ni Xia Lian war 1981-1983-1985 die Nummer 3 im damals legendären chinesischen Team mit Cao und Tong Ling. Sie war mit Guo Weltmeisterin im Mixed. Vor 17 Jahren wurde sie aus dem Nationalteam verabschiedet. Nun geht sie langsam auf die 40 zu. Sie hat in Zagreb glänzend und begeisternd gespielt. (Leider stellen sie die Reporter nur negativ dar, als eine Zerstörerin des Spiels mit "geheimnisvollne" Tricks (???), was sehr unsachlich und sehr ungerecht ist).

Vermutlich gibt es aber heute in China 20 Damen, die gegen Ni gewinnen können!
An ihrem Beispiel sieht man übrigens, dass man technisch und taktisch komplett ausgebildet sein muss, um am Ende durchzukommen.


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Grober

Geändert von G. Klotz (17.04.2002 um 11:12 Uhr)
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