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Alt 17.04.2002, 11:43
Jaskula Jaskula ist offline
hasst die 11
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Jaskula ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Zitat:
Original geschrieben von Flachschupfer
Richtig ist doch wohl, dasss sich der Bewertungsmaßstab geändert hat. Das hat logischerweise auch Auswirkungen auf die Taktik - ob wir dadurch einen neuen Sport haben - ich weiß nicht. Man könnte auch sagen: Bis 21 hat Spieler A gegen B 75% der Spiele gewonnen - und wenn's bis 11 andersrum ist ? Kann man dann sagen, dass B schlechter als A ist und jetzt nur ein Glückskind ? Ist ja vielleicht gar nicht so und der geänderte Bewertungsmaßstab hat einen anderen Unterschied zwischen beiden zu Tage geführt ? Jetzt kommt es eben auf andere Fähigkeiten an.
Das ist der entscheidende Punkt. Es werden andere Unterschiede ermittelt und es kommt auf andere Fähigkeiten an. Damit haben wir eine neue Sportart. Mit welchem Recht nennt man eine neue Sportart so wie eine bestehende und zwingt die Anhänger der bisherigen Sportart dazu, nun stattdessen die Neue auszuüben ?
Warum wurde keine neue Disziplin eingeführt ? Warum ?

Zitat:
Original geschrieben von Flachschupfer
Auch das mit dem "Einstellen auf den Gegner": Das gilt doch für alle. Und wie kann ein schlechterer Spieler - was ist das überhaupt ? (jetzt!) - einen besseren Spieler vor unlösbare Probleme stellen ??? - Alles totaler Käse
Schon immer und in jeder Sportart hatte ein Schwächerer eine Chance einen Stärkeren zu besiegen. Die Chancen, dies zu schaffen sind unterschiedlich groß. Im neuen TT wurden die Chancen der Schwächeren auf Kosten der Stärkeren etwas erhöht, das heißt nicht, daß deren Siege nun eine Selbstverständlichkeit sind. Es ist nur die Frage, ob Außenseitersiege und Favoritenstürze wirklich so positiv sind, wie es hier manchmal dargestellt wird. Die gleichen Leute rufen nämlich nach den Stars, die unsere Sportart nach vorne bringen. Star wird man aber nur durch große Erfolge, die man mehrfach bestätigen kann. Das wird nun schwieriger mit der Folge, daß es weniger Stars geben wird, die als Zugpferd dienen können.
Wenn es bei 10 Turnieren 10 verschiedene Sieger gibt, dann zeigt das zwar schön, daß TT nicht langweilig ist, aber man kann sich auch mit keinem Akteur mehr identifizieren.
Ich hab' das schon mal erwähnt, die Krise beim Tennis ist genau darauf zurückzuführen. Stars wie Borg, McEnroe, Lendl, Connors, Becker und Edberg gibt es heute kaum noch (nur noch Agassi und mit Abstrichen Sampras). Es gewinnt immer mal ein anderer. Die ersten 50 der Weltrangliste liegen so dicht beieinander, daß es nie einen Favoriten gibt. Ist das Erstrebenswert ?

Zitat:
Original geschrieben von Flachschupfer
Um mal einen weiteren hinkenden Vergleich anzubringen: Fußball gucke ich auch weiterhin im TV - obwohl mir das Golden Goal mit seinen Auswirkungen nicht passt (und würde es auch spielen, hätte ich Gelegenheit).
Der Vergleich hinkt nicht nur, er ist falsch. Das Golden Goal wird nicht während der regulären Spielzeit angewendet. Wenn bei uns im letzten Satz beim Stand von 20:20 der nächste Punkt entscheiden würde, dann wäre das vergleichbar und im Grunde hätte es auf den Spielverlauf keinerlei Einfluß, hätte ich also sogar akzeptiert, wenn es nicht ungerecht wäre, weil ja einer Aufschlag haben muß.
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