@Rudi: Interessant. Und Deine Herleitung ist natürlich richtig.
Zitat:
Zitat von Doc Snyder
Das Argument, dass z.B. Kreisklassenspieler nicht in der Lage sind, diese Regel zu befolgen, scheidet m.E. aus. Die Mehrheit macht es richtig.
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Das sehe ich nicht so. Ich würde den Anteil der Spieler in D, die den Ball aus dem Handteller und nicht der Fingermulde hochwerfen, auf weit unter 10% schätzen.
Im Grunde gehen wir ja konform. Ich scheue ja auch die Umstellung. Weil es so ein großer Aufwand für so ein winziges Detail wäre, auch wenn es gerechtfertigt ist, das zu fordern.
Aber ich glaube, selbst die meisten internationalen SR würden dies selten monieren. Alleine schon deshalb, weil beim Aufschlag auf so viele Dinge gleichzeitig geachtet werden muss. Manchmal frage ich mich, wie die denn überhaupt noch einen Netzaufschlag feststellen, wenn auf jede Aufschlagbewegung geachtet werden muss.
Und ganz ehrlich, so aus dem Bauch heraus:
Ich soll mich Wochen, vielleicht Monate lang hinstellen und den Aufschlagwurf ganz neu lernen, nur damit mir dann jemand bei knappem Spielstand nen schnellen Aufschlag durch die Achselhaare durchserviert?
Natürlich moniere ich so einen offensichtlich falschen Aufschlag. Manchmal bringt es was, meistens nix, der Punkt wird ja eh immer gezählt, weil der SRaT rumträumt und nicht den A... in der Hose hat, das dann seinem Kollegen abzuzählen, oder mein Mannschaftskamerad ihn nicht hat, ihn mir zuzusprechen, weil das so parteiisch aussieht.
Dazu kommt noch, dass so eine offensichtliche Unfairness mich unglaublich ärgert. Da schadet mir der Ärger im Match wesentlich mehr als die Aufschläge.
Und dazu kommt: In den Sätzen bis 11 reicht schon einer dieser Aufschläge, einen entscheidenden Vorteil zu bekommen, sagen wir zum 10:9. Selbst WENN der SRaT dann sagt, dass er ab jetzt jeden falschen Aufschlag abzählt (Wahrscheinlichkeit sehr gering), hat man den Punkt dennoch verloren und den Satz, bei gleicher Spielstärke, zu ca. 70%.
Regeln haben theoretisch natürlich keine Prioritäten, praktisch aber schon.
Insofern würde ich nie jemandem ankreiden, dass er nicht aus dem Handteller, sondern der Fingermulde hochwirft. Allein die Definition würde ja schon Minuten dauern und vor allem würde Niemand in der Halle mir zustimmen. Dass die Regel es so besagt, ja. Dass man es monieren, abstellen und ahnden muss: Nein.
Ich glaube auf die Art und Weise hätte man den schnellstmöglichen Aufstieg zum kleinkariertesten Spieler der Liga geschafft.
Es wäre korrekt, aber man machte sich definitiv lächerlich.
Diese Regel ist zwar vorhanden, aber sie wird größtenteils völlig ignoriert.
Und ich finde das nicht schlimm.
Info: Ich betrachte diesen Regelteil isoliert und finde nicht, dass man diese Handhabung auf andere Regeln übertragen kann oder sollte.
@Pepino: Jemanden als "Fingermuldenhochwerfer" zu titulieren, würde wohl eher zu Gelächter und Schenkelklopfen als zu Tumulten und Konflikten führen.