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AW: 1. Bundesliga - Herren 2006/2007
Nichts tun, löst Probleme genauso wenig, wie hektischer Aktionismus. Ich schaue mir oft Ligaspiele an. Manche Spiele sind durchaus ansehlich, andere wären für jeden Fernsehzuschauer eine Zumutung. Wenn fast keine Ballwechsel zustande kommen (Aufschlag => Bumm), nützt die beste Übertragungstechnik nichts mehr. Was für den Trainer oder die Insider perfektes TT ist, kann für die Zuschauer grausam sein. Da muss man Bonnaire uneingeschränkt recht geben. Es geht nicht um die Rückehr in die 70er Jahre. Aber bei "immer schneller..." wurde der kritische Punkt überschritten. Der Laie erkennt nur noch "leichte" Fehler. Ich befürchte, selbst ein Olympiasieger oder Weltmeister Timo Boll würde das negative Image nicht ändern. Man hat die Speed- und Spinverluste durch den größeren Ball ausgeglichen. Gleiches wird nach dem Frischklebeverbot geschehen und wahrscheinlich wird irgendeine Erfindung das Spiel noch schneller (und die Beläge teurer) machen. Es hilft nicht, diese Entwicklung mit Werbesprüchen, wie "... schnellste Ballsportart der Welt.." verkaufen zu wollen. Wir stürzen ab im Zuschauerinteresse, wenn auch in Asien von hohem Niveau aus. Sollte sich in China der Staat aus der traditionellen Förderung zurückziehen, wird man das wahre Ausmaß erkennen. So interpretiere ich jedenfalls die Berichte von Henry James in "Tischtennis".
Geändert von Rudi Endres (18.10.2006 um 13:40 Uhr)
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