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AW: Die Entwicklung des TT-Sports!?
Es ist, wie in der Politik. Erst, wenn die eigenen Interessen bedroht sind, wird man reformwillig. Vorher sucht man Sündenböcke oder kuriert an den Symptomen herum.
Daher wage ich mal eine Vorhersage und hoffe insgeheim, dass ich unrecht behalte:
Der Speedverlust durch das Frischklebeverbot wird relativ schnell ausgeglichen werden. Zu groß ist der Konkurrenzdruck in Richtung immer mehr Spin/Speed. Für die kurzen Ballwechsel werden sich noch weniger Fernsehzuschauer interessieren. Laut Chinaexperte Henry James läuft TT in vielen chinesischen Massenmedien bereits jetzt unter "Sonstige Sportarten". Eine bessere Präsentation könnte den weiteren Absturz vielleicht abmildern. Kann der Laie eine Sportart nicht mehr zu begreifen, so nützt die perfekteste Werbung nichts.
Ich teile nicht die Auffassung, es sei alles nur eine Frage der Vermittlung. Ich schaue mir regelmäßig Erst- und Zweitligaspiele an. Selbst für mich sind manche Spiele einfach nur grauenvoll. Trainer und Manager schwärmen derweil von einer perfekten technisch-taktischen Umsetzung. Unter Erfolgsgesichtspunkten haben sie recht. Was Deutschland anbetrifft hinken wir den anderen Ballsportarten weit hinterher. Man braucht sich nur die Altersstruktur anzusehen.
So weit, so schlecht. Was ist zu tun?
Wir brauchen längere Ballwechsel. Sharara erhofft sich Spezialmaterialien für Defensivspieler. Gekoppelt mit einer moderaten Verlangsamung, z. B. max. Schwammstärke 2 mm und einer Positivliste, die das Aufrüsten zu mehr Speed/Spin im Bereich aller Materialien stoppt, könnte eine Trendumkehr erreicht werden. Kritiker glauben nicht an solch relativ geringfügige Anpassungen. Für den Laien sei es egal, ob der Ball einmal oder dreimal über das Netz fliege. Fünf bis acht Ballwechsel pro Punkt müssten die Regel werden. Nun, wie dem auch sei, man sollte Langzeitversuche starten. Die ideologisch geprägte Diskussion, bei der jeder zu wissen glaubt, wie es ausgeht, nützt wenig und verhärtet die Fronten.
Zur Präsentation! Die Pro-Turnierserie muss aufgewertet werden. Dazu ist eine professionelle Organisation und Außendarstellung aller Turniere erforderlich. Das ist derzeit nicht der Fall. Die Anzahl der Teilnehmer sollte begrenzt werden. Zu ein oder zwei solcher Events pro großem Verband werden die fachkundigen Fans strömen und die Hallen füllen. Daran kommen auch die Medien nicht vorbei. Deutschland ist in dieser Hinsicht ein Vorbild.
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