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Alt 23.10.2006, 13:40
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AW: Die Entwicklung des TT-Sports!?

Zitat:
Zitat von Rudi Endres Beitrag anzeigen
Was Deutschland anbetrifft hinken wir den anderen Ballsportarten weit hinterher. Man braucht sich nur die Altersstruktur anzusehen.
So weit, so schlecht. Was ist zu tun?
Wir brauchen längere Ballwechsel. Sharara erhofft sich Spezialmaterialien für Defensivspieler. Gekoppelt mit einer moderaten Verlangsamung, z. B. max. Schwammstärke 2 mm ... Fünf bis acht Ballwechsel pro Punkt müssten die Regel werden. ...
Ich hatte es ja schon an anderer Stelle ausgeführt. Die Sportart Tischtennis hat Stärken und Schwächen. Jeweils eine Stärke und Schwäche möchte ich aufgreifen und meinen Standpunkt darlegen, welches Potential dort steckt, um die Sportart attraktiver zu machen!

Schwäche Attraktivität:
Die Fußball-Weltmeisterschaft hat es gezeigt. Wenn ein Sport positives Echo in den Medien bekommt, dann bekommt der Sport auch entsprechenden Zulauf. Sportler wie Boris Becker und Michael Schuhmacher haben ebenso einen Boom in Ihren Sportarten ausgelöst. Das Ziel, Tischtennis als Mediensportart zu etablieren ist daher nachvollziehbar. IMHO ist Tischtennis als Mediensportart zZ unattraktiv, weil es zu komplex (Schnittwechsel, Material, Aufschlag, usw.) und zu schnell ist.

Um dieses Manko zu beheben müsste die Sportart meines Erachtens komplett verbogen werden. Höhere Netze, größere Bälle, anderes Material, neue Zählweise – im Grunde rüttelt man am Grundprinzip der Sportart. Mit gezielten nachvollziehbaren Änderungen (Satz bis 11 zähle ich dazu) kann man die Attraktivität meines Erachtens erhöhen. Mit Änderungen nach dem „Trial and Error – Verfahren“ (die Vergrößerung des Balls zähle ich dazu) tut man sich aber bestimmt keinen Gefallen. Sollten daher weitere Regel- oder Materialänderungen eingeführt werden, um die Ballwechsel zu verlängern und den Sport attraktiver zu gestallten, ist dies im Prinzip zu begrüßen, sollte aber diesmal ausführlich getestet werden. Ob eine attraktivere Sportart, Fernsehgerechter gestaltet und mit Stars wie Süß und Boll flankiert zum gewünschten Erfolg führt, bleibt fraglich und ist rein hypothetisch! Viele attraktive Sportarten, die beispielsweise während olympischer Spiele in den Fokus geraten, verschwinden schnell wieder von der Bildfläche! Lohnt es sich, eine Sportart zu verzerren, um dann festzustellen, dass der gewünschte Effekt nicht eintritt?

Stärke Massensportart:
Meines Erachtens ist die größte Chance von Tischtennis, dass es im Prinzip jeder spielen kann, die Sportart bekannt und beliebt ist und die Zugangshürden (Equipment, Entfernung zur Sportstätte, Saisonabhängigkeit) relativ gering sind. Meines Erachtens wird auf diese Karte nach wie vor zu wenig gesetzt (im übrigen auch ein Aspekt, den Sammer gerade in seinem "neuen" Fußball-Konzept aufgegriffen hat, der alte tt-news-Abschreiber!)

Ich denke, dass Vereine und Verbände eine flächendeckende Kooperation mit Schulen suchen sollten. Als Teil von Schulunterricht und als AG’s sollte Tischtennis insbesondere in die Grundschulen fest integriert werden. Schulen und Lehrer sind oft dankbar, wenn sie kostenlos ihr Programm erweitern können. Schulen bauen zZ massiv ihr Betreuungsangebot für den Nachmittag aus – warum nicht mit Tischtennis?! Gerade im DDR-Sport wurde sehr erfolgreich eine viel engere Bindung zwischen Schul- und Vereinssport gepflegt.

Ich behaupte, dass die Präsenz in den Medien schnell steigt, wenn eine breitere Masse an Kindern und Jugendlichen in den Vereinen gebunden werden können. Ich kann aus eigener Erfahrung als Vater und Spieler sagen, dass insbesondere ein in der Schule ausgelöstes Gruppenverhalten zum Erfolg führt. Ich habe schon ein paar Aktionen wie Minimeisterschaften, AG’s und Schulkooperationen erlebt, und so weit ich es beurteilen kann sind die Ergebnisse durchweg positiv.

Ich kann nicht beurteilen, wie viel Geld ein Bundes- oder Landesverband für die Außenwirkung ausgibt. Ich würde es für sinnvoll erachten, einen Teil dieses Geldes zu nutzen, um ein schlüssiges Konzept auszuarbeitet, wie TT-Vereine in Ihrer Region ein entsprechendes Netzwerk aufbauen können (Verein+Schule, Jugendkonzepte (zB Top-5), Kooperationen mit Heimen, Jugendämtern, JUZ und ähnliches) und dann mit einem Mitarbeiter in die Vereine zu gehen und die Vereine zu beraten, wie diese Konzepte in den individuellen Umfeldern zu realisieren sind.

Der Effekt ist meines Erachtens offenkundig. Durch die größere Präsenz von Tischtennis werden mehr Kinder in den Sport gebracht und auch das Interesse erhöht. Wenn das Interesse nicht, wie erwartet, zu einem erhöhten Medieninteresse und damit auch zu einer erhöhten Medienpräsenz führt, so hat es trotzdem den positiven Effekt, die Zahl der Nachwuchsspieler zu erhöhen. Und wie ich bereits ausführte: nach meiner Erfahrung kann man bei einem gezielten erhöhten Engagement auch von einem entsprechenden Erfolg ausgehen.
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Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.
Bertrand Russell
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