Einzelnen Beitrag anzeigen
  #13  
Alt 23.10.2006, 17:55
Rudi Endres Rudi Endres ist offline
registrierter Besucher
Foren-Urgestein - Master of discussion *
 
Registriert seit: 06.01.2001
Beiträge: 6.049
Rudi Endres ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)Rudi Endres ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)Rudi Endres ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)Rudi Endres ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)Rudi Endres ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)Rudi Endres ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)
AW: Die Entwicklung des TT-Sports!?

Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Ich hatte es ja schon an anderer Stelle ausgeführt. Die Sportart Tischtennis hat Stärken und Schwächen. Jeweils eine Stärke und Schwäche möchte ich aufgreifen und meinen Standpunkt darlegen, welches Potential dort steckt, um die Sportart attraktiver zu machen!

Schwäche Attraktivität:
Die Fußball-Weltmeisterschaft hat es gezeigt. Wenn ein Sport positives Echo in den Medien bekommt, dann bekommt der Sport auch entsprechenden Zulauf. Sportler wie Boris Becker und Michael Schuhmacher haben ebenso einen Boom in Ihren Sportarten ausgelöst. Das Ziel, Tischtennis als Mediensportart zu etablieren ist daher nachvollziehbar. IMHO ist Tischtennis als Mediensportart zZ unattraktiv, weil es zu komplex (Schnittwechsel, Material, Aufschlag, usw.) und zu schnell ist.

Um dieses Manko zu beheben müsste die Sportart meines Erachtens komplett verbogen werden. Höhere Netze, größere Bälle, anderes Material, neue Zählweise – im Grunde rüttelt man am Grundprinzip der Sportart. Mit gezielten nachvollziehbaren Änderungen (Satz bis 11 zähle ich dazu) kann man die Attraktivität meines Erachtens erhöhen. Mit Änderungen nach dem „Trial and Error – Verfahren“ (die Vergrößerung des Balls zähle ich dazu) tut man sich aber bestimmt keinen Gefallen. Sollten daher weitere Regel- oder Materialänderungen eingeführt werden, um die Ballwechsel zu verlängern und den Sport attraktiver zu gestallten, ist dies im Prinzip zu begrüßen, sollte aber diesmal ausführlich getestet werden. Ob eine attraktivere Sportart, Fernsehgerechter gestaltet und mit Stars wie Süß und Boll flankiert zum gewünschten Erfolg führt, bleibt fraglich und ist rein hypothetisch! Viele attraktive Sportarten, die beispielsweise während olympischer Spiele in den Fokus geraten, verschwinden schnell wieder von der Bildfläche! Lohnt es sich, eine Sportart zu verzerren, um dann festzustellen, dass der gewünschte Effekt nicht eintritt?

Stärke Massensportart:
Meines Erachtens ist die größte Chance von Tischtennis, dass es im Prinzip jeder spielen kann, die Sportart bekannt und beliebt ist und die Zugangshürden (Equipment, Entfernung zur Sportstätte, Saisonabhängigkeit) relativ gering sind. Meines Erachtens wird auf diese Karte nach wie vor zu wenig gesetzt (im übrigen auch ein Aspekt, den Sammer gerade in seinem "neuen" Fußball-Konzept aufgegriffen hat, der alte tt-news-Abschreiber!)

Ich denke, dass Vereine und Verbände eine flächendeckende Kooperation mit Schulen suchen sollten. Als Teil von Schulunterricht und als AG’s sollte Tischtennis insbesondere in die Grundschulen fest integriert werden. Schulen und Lehrer sind oft dankbar, wenn sie kostenlos ihr Programm erweitern können. Schulen bauen zZ massiv ihr Betreuungsangebot für den Nachmittag aus – warum nicht mit Tischtennis?! Gerade im DDR-Sport wurde sehr erfolgreich eine viel engere Bindung zwischen Schul- und Vereinssport gepflegt.

Ich behaupte, dass die Präsenz in den Medien schnell steigt, wenn eine breitere Masse an Kindern und Jugendlichen in den Vereinen gebunden werden können. Ich kann aus eigener Erfahrung als Vater und Spieler sagen, dass insbesondere ein in der Schule ausgelöstes Gruppenverhalten zum Erfolg führt. Ich habe schon ein paar Aktionen wie Minimeisterschaften, AG’s und Schulkooperationen erlebt, und so weit ich es beurteilen kann sind die Ergebnisse durchweg positiv.

Ich kann nicht beurteilen, wie viel Geld ein Bundes- oder Landesverband für die Außenwirkung ausgibt. Ich würde es für sinnvoll erachten, einen Teil dieses Geldes zu nutzen, um ein schlüssiges Konzept auszuarbeitet, wie TT-Vereine in Ihrer Region ein entsprechendes Netzwerk aufbauen können (Verein+Schule, Jugendkonzepte (zB Top-5), Kooperationen mit Heimen, Jugendämtern, JUZ und ähnliches) und dann mit einem Mitarbeiter in die Vereine zu gehen und die Vereine zu beraten, wie diese Konzepte in den individuellen Umfeldern zu realisieren sind.

Der Effekt ist meines Erachtens offenkundig. Durch die größere Präsenz von Tischtennis werden mehr Kinder in den Sport gebracht und auch das Interesse erhöht. Wenn das Interesse nicht, wie erwartet, zu einem erhöhten Medieninteresse und damit auch zu einer erhöhten Medienpräsenz führt, so hat es trotzdem den positiven Effekt, die Zahl der Nachwuchsspieler zu erhöhen. Und wie ich bereits ausführte: nach meiner Erfahrung kann man bei einem gezielten erhöhten Engagement auch von einem entsprechenden Erfolg ausgehen.
Die Vorschläge sind gut und wurden in ähnlicher Form schon oft gemacht. In den meisten Vereinen geschieht trotzdem nichts. Im STTB z.B. hat die Hälfte aller Vereine keine Jugendmannschaft mehr. Es fehlen die Funktionäre, die bereit sind sich zu engagieren. Man setzt sich nur für eine Sache ein, von der man überzeugt ist und die ein gutes Image hat. TT ist in seiner derzeitigen Form, selbst in China, nicht mehr sonderlich attraktiv für die Massenmedien (siehe Berichte Henry James). Mangelnde Fachkenntnis kann man den Asiaten sicherlich nicht vorwerfen. Selbst wenn alle Fernsehzuschauer die Folgen von Effet und Speed richtig beurteilen könnten, bliebe ein kurzer Ballwechsel immer noch kurz und damit langweilig.
Du sprichts "von einer kompletten Verbiegung " des TT-Sports, wolle man ihn medientauglich machen. Nun, die "negative Verbiegung" findet seit den 90ern ununterbrochen in Richtung mehr Speed/Spin statt. Wir brauchen eindeutige Grenzen im Materialbereich durch eine Positivliste. Natürlich muss ausreichend getestet werden. Es würde schließlich nichts bringen kurze Topspinballwechsel durch genauso kurzes Konterspiel zu ersetzten. Einzelne Testturniere mit Altstars, die ihre Spielweise ohnehin nicht mehr anpassen können, kann man vergessen.
Mit Zitat antworten