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Alt 23.10.2006, 22:43
Meister Meister ist offline
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Meister ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Regionalliga Süd 2006/07

TTC hamstert erste Regionalligapunkte ein
DJK Sportbund Stuttgart – TTC 6:9 / SV Neckarsulm – TTC 9:3

Mit einem mehr als schmeichelhaften 9:6 bei den drastisch reduzierten Landeshauptstädtern konnte der TTC 46 Weinheim am Samstag die ersten Punkte in der noch jungen Regionalligasaison einfahren. Vor mehr als 50 frenetischen Fans glichen die Gastgeber das Fehlen der nominellen Bretter zwei (Dauud Chaib) und drei („Stepke“ Krieger) mit den hochmotivierten Ersatzleuten Markus Heller und Eberhard Koning nicht spielerisch aber zumindest kämpferisch aus und hielten die gesamte Partie damit trotzdem bis ins Schlußdoppel offen.
Die Eingangsdoppel hingegen endeten zügig mit einer Punkteteilung, Mu/Frank hatten lediglich beim 7:10 im zweiten Satz Probleme mit Klumpp/Back, Bondarev/Pätzold überrannten Blagojevic/Wiese in drei deutlichen Durchgängen. Im hart umkämpften Dreierdoppel brachte Robert Lakmann jeweils gegen Satzende mit Paradeschlägen Partner Beranek und die Gegner Heller/Koning ins Staunen.
Stuttgarts chinesischer Neuzugang Hao Mu hatte mit Daniel Pätzold nach locker gewonnenem ersten Satz noch schwer zu kämpfen, während sich der gut aufgelegte Alexander Frank erst im Entscheidungssatz gegen den lange zu passiv agierenden Andrej Bondarev ergab.
Die ins mittlere Paarkreuz aufgerückten Aleksander Blagojevic und Dennis Wiese überzeugten mit ansprechenden Leistungen. „Blago“ ließ gegen Lakmann nach zwei deutlich verlorenen Eingangssätzen ein 6:2 im vierten Satz ungenutzt, Dennis bereitete Tim Klumpp nur mit seinem Aufschlag Probleme, blieb aber während der zu kurzen Ballwechsel meist farblos.
An das Marathon-Match von Markus Heller und Christian Back auf den diesjährigen Ba-Wü-Meisterschaften konnte man sich noch zu gut erinnern. Auch diesmal entschied der Konterspieler den unterhaltungstechnischen Höhepunkt der Partie nach einer Stunde Spielzeit in der Verlängerung des finalen Satzes für sich. Auch der lauffreudige Eberhard Koning wehrte sich gegen Peter Beranek nach Kräften, siegte jedoch nur im zweiten Satz.
Im mit viel Vorfreude erwarteten Spitzeneinzel ließ sich Linkshänder Bondarev nach unglücklich verlorenem Eingangssatz zur Enttäuschung der Zuschauer vom clever agierenden Mu Hao erstmals im TTC-Trikot fast ohne Gegenwehr panieren. Pätzold, am vergangenen Wochenende immerhin Ba-Wü-Ranglisten-Siebter, witterte nach drei starken Partien im Spitzenpaarkreuz gegen Frank seine Chance. Die einmalige Gelegenheit nutzte jedoch sein fehlerfrei aufspielender schwäbischer Kontrahent.
Die Mitte des Sportbunds lief nun zu großer Form auf und das Match drohte zu kippen. Klumpp konnte den von Vater Miro angefeuerten Blagojevic nach 1:2-Satz-Rückstand mit spektakulären Schnittblocks gerade noch stoppen, Lakmann entwickelt sich nach seiner kläglichen Niederlage gegen Wiese langsam aber sicher zum ausgemachten Strategen im Spiel gegen Schnittabwehr.
Als dann beim Stand von 6:7 auch noch Konterkaiser Heller ein schier aussichtsloses 0:2 und 2:7 gegen Beranek zumindest in einen Satzgewinn wandelte, traten die mitgereisten TTC-Anhänger erstmals lautstark in Aktion. Back präsentierte sich lediglich bis zum 1:2 gegen Koning schnitt- und erfolglos, während sich an der Nachbarplatte Chinese Mu in drei deutlichen Durchgängen als Doppelexperte outete und das spielentscheidende Schlußduo fast im Alleingang verlor.
Am frühen Sonntag Morgen reiste man dann als krasser Underdog zur mit drei potenten tschechischen Akteuren verstärkten Truppe des SV Neckarsulm nach Heilbronn. Klumpp und Back machten gegen das wohl stärkste Doppel der Liga Braun/Horlacher eine gute Partie, blieben jedoch ohne Satzerfolg. An der Nachbarplatte hatten vor noch leeren Zuschauerrängen auch Bondarev/Pätzold in drei zügigen Sätzen keinerlei Mühe mit Chudik/Hagmüller. Lakmann/Beranek schienen Werz/Kotucz nach 2:0-Satzführung und beim 10:8 im Entscheidungssatz im Griff zu haben, zwei fantastische Returns von Werz brachten die Neckarsulmer jedoch zurück ins Spiel und mit 2:1 in Führung.
Im vorderen Paarkreuz wurden die Punkte geteilt: Josef Braun hatte den erstmals überforderten Daniel Pätzold nur mit Block- und Konterbällen im Griff, Andrej Bondarev und Daniel Horlacher zeigten im Linkshänderduell Halbdistanzballwechsel vom Allerfeinsten, wobei der Russe letztlich Sieger blieb.
Robert Lakmann änderte gegen den Rückhandexperten Richard Chudik nach verlorenem ersten Satz die taktische Marschroute erfolgreich und siegte noch glatt, während sich Neckarsulms Routinier Werz gegen Tim Klumpp nach 0:2-Rückstand erneut als Match-Dieb betätigte und statt eines durchaus möglichen 2:5-Rückstandes auf 4:3 für seine Farben erhöhte.
Christian Back blieb gegen einen variabel und beidseitig sicher angreifenden Kamil Kotucz zum ersten Mal in dieser Spielzeit ohne reelle Siegchance, während sich in der Nachbarbox Peter Beranek über sein drallloses Sportgerät und seinen problemlos konternden Gegner Christoph Hagmüller ärgern durfte.
Gegen Josef Braun, den vermeintlich stärksten Spieler der Regionalliga, machte Bondarev eine bärenstarke Partie und scheiterte nach zwischenzeitlicher 1:1 und 10:8-Führung am Ende lediglich am mangelnden Quäntchen Glück. Auch Daniel Pätzold hatte gegen Daniel Horlacher nach starker Vorstellung in der Verlängerung des dritten Satzes die Vorentscheidung in der Hand, agierte jedoch bei ein oder zwei Bälle zu passiv und wurde prompt bestraft.
Den Schlusspunkt unter den zu hoch ausgefallenen Sieg konnte der fehlerfrei agierende Kotucz gegen den sichtlich entnervten Klumpp markieren.
Mit mittlerweile 2:4 Punkten hat man sich im hinteren Mittelfeld der Regionalliga-Tabelle festgebissen. Am kommenden Sonntag um 14:00 gastiert das spielstarke Ensemble des Meisterschaftsfavoriten TSG Steinheim in der Heisenberg-Halle. Hier sollte eine hochmotivierte Hundertschaft Weinheimer Fans und eine deutliche Leistungssteigerung notwendig sein, um die Gäste in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen.
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