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Klar: Zu diesem Thema gibt's verschiedene Meinungen, und das ist auch gut so. Klar auch, lieber Gerd, dass es auch tolle Spiele gab zwischen den drei Spitzenmannschaften, die mit nur einem "Ausländer" gespielt haben. Aber ich habe vom Niveau der g e s a m t e n Liga gesprochen. Und wieso eigentlich überhaupt ein "Ausländer"? Und wenn ja, warum dann nicht zwei oder drei? Weil ich gegen Willkür bin, bin ich für Freizügigkeit. Und weil ich gegen "Ausländer zweiter Klasse" bin (Osteuropäer), sehe ich mehr Gerechtigkeit in der "Öffnung". Schaut doch mal in die verschiedenen Ligen drüber und drunter, Damen und Herren: Da wimmelt's doch nur so von Ausländern! Sind das die "besseren"? Profitiert von denen unser Nachwuchs mehr?
Der Nachwuchs und damit der gesamte Tischtennissport profitiert langfristig am meisten, wenn die Mannschaften möglichst jeden Tag in der Woche unter professionellen Bedingungen zusammen trainieren und dabei den Nachwuchs/die Talente einbeziehen würden. Ganz gleich, ob mit guten Deutschen oder Ausländern. Dies geschieht in Eilenburg, in Wehr, in Rosenheim, in Offenburg mehr als bisher in Tegernheim, in Neckarsulm oder sogar in Kleinwallstadt, wo der Mu auch nur zum Spiel kommt. Und nehmt doch mal die Eilenburger, Wehrer, Offenburger, Rosenheimer Ausländer raus (schöne Redewendung, gell!), dann habt Ihr ein Niveau wie Erdmannhausen in der Rückrunde, die statt mit drei nur noch mit einem "Ausländer" gespielt und uns exemplarisch gezeigt haben, wie groß der sportliche Absturz ist.
Aus all diesen Gründen wäre ich, wenn's ginge, am ehesten dafür, "Ausländer" nur dann zuzulassen, wenn sie nicht als Tourist zum Nur-Spielen kommen, sondern sozusagen eine Aufenthaltsverpflichtung (über einen bestimmten Zeitraum) eingehen würden. (Ich weiß, das kann man nicht kontrollieren - ebenso wenig wie die illegale"Bezahlung" an "Ausländer" und Deutsche). Dies käme übrigens dem Sinn des Zuwanderungsgesetzes sehr nahe, an dessen Zustandekommen u.a. die Wirtschaft aus durchaus eigennützigen Gründen ja großes Interesse hat. Auch der Sport muss dieses Interresse haben. Und er sollte sich nicht selbst durch unrealistische Regelungen, wie sie der DSB vorschlägt, das Wasser abgraben. Und natürlich ist auch das Mindestverdiensteinkommen von € 2.250/Monat viel zu hoch. Oder glaubt Ihr vielleicht, da hält sich jemand in der Regionalliga dran?
Die klagenden Vereine versuchen, vor einem ordentlichen Gericht Recht zu bekommen. Ist das verwerflicher als das Verhalten einiger nicht klagender Vereine, die sich auch nicht an Gesetze halten? Ich meine, nein. Man kann von dem Herrn Ammann halten, was man will: Für den Nachwuchs und damit den Tischtennissport im (strukturschwachen) Osten Deutschlands macht er mit seinem Modell mehr als viele andere Vereine. Das verkennen die meisten wohl nur deshalb, weil sie ihn persönlich nicht leiden können oder/und weil er bisher seine Prozesse alle gewonnen hat. Langfristig ist sein Weg jedoch der erfolgversprechende.
(Was sagt Ihr eigentlich, wenn in einigen wenigen Jahren auch die letzten Grenzen in Europa gefallen sind...? So viel Freizügigkeit wollen wir nicht)?
Im übrigen habe ich die Verbände vor allem deswegen kritisiert, weil sie mit ihren drei Tabellen und den ständig wechselnden Regelungen bezgl. der Spielergebnisse fast allein für das Chaos gesorgt haben. Hätten sie ihre anfängliche Regelung durchgezogen, das richtige Ergebnis vorbehaltlich einer später zu treffenden Entscheidung zu veröffentlichen, hätten alle durchgeblickt. Die Entscheidung freilich muss jetzt ohnehin fallen - und zwar schnell, damit die Vereine planen können.
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