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AW: Afghanistan- Auftreten unserer Soldaten
Ich beziehe mich auf das Motto des Initiators dieses Threads "No risk, no fun".
Wir können nur für den "Fun" einiger Soldaten nicht "riskieren", das Leben anderer unbeteiligter in- und ausländischer Einheiten möglicherweise zu gefährden.
Wer sich auf einen Einsatz einlässt, ist nicht zum Vergnügen da und sollte sich vorher über die Konsequenzen einer solchen Tat und anderer kulturellen Tabus informieren oder durch die militärische Führung vorbereitet werden. Bei allem Respekt vor den physischen und psychischen Belastungen der Soldaten, wer es nicht erträgt, soll daheim bleiben oder sich einen anderen Job suchen.
Solch makabrer Humor als psychischer Spannungsabbau ist unakzeptabel - auch wenn er den Zusammenhalt in der Gruppe selbst stärken mag. Die Bundeswehr ist sicherlich kein Knabenchor und auch keine therapeutische Kuschelecke mit Schmusedecke. Die Konzentration auf den eigentlichen Auftrag ist jedoch entscheidend, eine neue Version des Hamlet zu kreieren, gehört nicht zur Kernaufgabe. Dafür gibt es Fun und Comedy in den entsprechenden Programmen der Privaten.
Sicherlich ist die mediale Reaktion ein gefundenes Fressen für die Presse und andere politische Gruppierungen und lenkt von anderen innenpolitischen Themen ab. Dennoch dürfte es eine Menge diplomatischer Mühen kosten oder gekostet haben, um eine Eskalation zu verhindern. Es ist makaber genug, wenn die Tatsache, dass die Toten wahrscheinlich russischer Herkunft sind, sich als Glück im Unglück erweist und bislang einen Moslemaufstand verhindert und keine Todesopfer bei den Schutztruppen gekostet hat. Welcher der Soldaten könnte das vor seinem Gewissen verantworten?
Mit Tintenpissern, BW-Feinden, hat das alles nichts zu tun, es geht um gewisse elementare humanitäre Anstandsformen, die auch für zivile Personen gelten und auf die sich die westliche Welt stets beruft, wenn sie Ländern der 3./4./5.Welt ihren Wertekanon vermitteln möchte. Auf diese Art und Weise kann niemand von einer vermeintlichen "moralischen Überlegenheit" der nicht-arabischen Welt überzeugt werden und das ist außenpolitisch nicht lustig und schadet dem Friedenseinsatz massiv.
Vielleicht benötigen wir für die Freiwilligen in der Bundeswehr bald ebenfalls einen Fragebogen mit Gesinnungs- oder Psychotest, wie er für Einwanderungswillige und Asylbewerber im Gespräch war. Vielleicht ist nicht jeder für den militärischen Dienst charakterlich geeignet. Wahre Bürger in Uniform kühlen ihr Mütchen jedenfalls nicht an Gebeinen.
Bekommt man das Problem nicht in den Griff, können Auslandseinsätze eben nicht mehr riskiert werden, weil sie dem Ansehen der BR Deutschland schaden würden. Dann gibt es zwar für einige Soldaten "no fun" - Deutschland hat dafür aber auch "no risk" - und auch noch jede Menge Geld gespart.
"Die Knaben warfen aus Spaß Steine auf Frösche - die Frösche starben im Ernst" - behält auch heute noch seine Gültigkeit.
Gruß Red Devil
Geändert von Red Devil (29.10.2006 um 21:39 Uhr)
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