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Zitat von jowal
Das neue System ist nicht nur ungleich komplizierter, sondern in seiner Festlegung der Konstanten auch höchst fragwürdig. Ich hätte doch schon gern gewußt, auf welcher Datenbasis man zu der Erkenntnis gekommen ist, die Konstanten in Form geometrischer Reihen anzuordnen. Das führt dazu, dass ein Bilanzunterschied zwischen oberem und mittlerem Paarkreuz anders bewertet wird, als zwischen Mitte und Unten. Sehr seltsam!
Den Sinn der Fleißpunkte für den zweiten Teil der Berechnung kann ich auch nicht erkennen.
Oberdrein gaukelt diese komplizierte Berechnung eine Genauigkeit für die Bewertung der Spielstärke vor, die eine Bilanz einfach nicht leisten kann.
Nur ein paar Beispiele: Spieler verletzt sich und muss kampflos aufgeben, kein Training aufgrund Krankheit oder Verletzung, Spiel kommt nicht mehr in die Wertung, da der Sieger schon feststeht, ...
Wer will, kann ja mal ausprobieren, wie sich derartige Ereignisse in der Bilanzzahl niederschlagen.
Man muss auch jetzt nicht viele Jahre warten, um das neue System bewerten zu können. Wir spielen immer noch nach dem gleichen Spielsystem. Somit gibt es mehr als ausreichend Daten.
Daher mein Vorschlag: Zurück zum über viele Jahre bewerten System! Ist einfach und von jedem nachzuvollziehen.
Ich fürchte allerdings, dass das nicht klappt. Die Alternative wäre für mich:
Die Fleißkärtchen entfallen. Die Konstanten werden in arithmetischen Reihen aufgebaut. Dann kann man ganzzahlige Konstanten verwenden. Damit wäre das System wenigstens etwas einfacher. An dem Vergleich der Bilanzen würde sich kaum etwas ändern.
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Viele Indizien bzgl. dieser Leistungsziffern deuten daraufhin, daß wir heute nur einen
Testversuch durchlaufen. Wie viele bereits festgestellt haben, führt dieses System im Regelfall bei der Aufstellung innerhalb einer Mannschaft kaum zu gravierenden Unterschieden. Hier gibt es bei den Staffeltagen im Regelfall auch wenig Diskussionen und alle Staffelleiter handhaben die Regeln weitgehend einheitlich. In jedem Fall macht ein derart komplexes System allein für diesen Zweck keinen Sinn.
Ich bin mir relativ sicher, daß dieses System nachdem es sich für die mannschaftsinterne Aufstellung bewährt hat, um eine
Komponente für den klassenübergreifenden Vergleich erweitert wird und erst dann werden die gravierenden Auswirkungen - sprich mannschaftsübergreifende Umstellungen und/oder Sperrvermerke in rauhen Massen - wirklich greifen.
Sicherlich ist manche Aufstellung die von den Vereinen zur Genehmigung eingereicht wird nicht der Weisheit letzter Schluß, ob allerdings ein ständiges Hin- und Herwürfeln über Mannschaften hinweg und dies zu jeder Halbserie insbesondere in den unteren Klassen wo für die Mannschaftszugehörigkeit auch soziale Faktoren zählen und nicht nur die reine Aufstellung nach Stärke den Breitensport Tischtennis weiterbringt, das wage ich entschieden zu bezweifeln.
Insofern sollte man zur Beurteilung des neuen Leistungsstärkeziffernsystems berücksichtigen, daß die Folgen gravierend sein können. Zum einen ist dies ein deutlicher Schritt vom Mannschaftssport weg hin zur eine stärkeren Betonung des Individuums. Zum anderen ist fraglich, ob eine solche tiefgreifende Veränderung der Mannschaftsstrukturen von der Masse der Freizeitsportler auf Kreisebene gewollt ist und auch entsprechend mitgetragen wird.
Was mich an dieser schleichenden Einführung dieses Systems durch die Hintertür am meisten stört: die Verantwortlichen spielen nicht mit offenen Karten und legen ihre Absichten nicht offen auf dem Tisch. Kaum ein Staffelleiter hat über dieses neue Bewertungssytem am Staffeltag informiert, gleichwohl hat es schon in dieser Saison Gültigkeit. Niemand kannte zu Saisonbeginn den genauen Mechanismus wie sich diese Regelung auswirkt, da etliche Parameter noch gar nicht festgelegt waren. Und auf ein offenes Eingeständnis, daß dieses System nur der erste Schritt für eine komplett neue Regelung zur Aufstellung der Mannschaften ist, wird man vergeblich warten.
Vielleicht bin ich heute der einsame Rufer in der Wüste, doch ich wage die Prognose, daß hier eine ebenso gravierende Änderung wie bei der Einführung der neuen Bälle und der neuen Zählweise bevorsteht, auch wenn das Spiel am grünen Tisch gar nicht davon beeinflußt wird,.