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Alt 31.10.2006, 20:50
Rondella Rondella ist offline
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AW: Afghanistan- Auftreten unserer Soldaten

Manomann, so viele Fragen, ich will mal versuchen, das vor dem Werderspiel zu beantworten
Dabei will ich hier nicht in die Rolle des "Peter Scholl- Latour für Arme" schlüpfen. Ich bin auch kein Psychologe und versuche nur mal meine Vorstellungsweisen darüber klar zu machen, also:

Zitat:
Zitat von Red Devil
Wie würdest Du als Insider das Verhalten der Soldaten dann erklären, wie konnte es dazu kommen?
Das ist schwer zu beantworten. Wie ich ja schon schrieb stumpft man irgendwann ab und sieht auch aus einem Schutzmechanismus heraus die Dinge die da vor sich gingen als normal und nicht so wild an um selber damit klar zu kommen. Heute hörte ich im Radio die Stellungnahme eines Soldaten, der behauptete, die Bilder bei ihnen seien eher zufällig entstanden als sie tatsächlich (ich vermutete so was und erwähnte es ja in meinem Beitrag) Kinder mit den Knochen spielen sahen.

Zitat:
Zitat von Red Devil
Haben die Psychologen versagt, eine Fehldiagnose gestellt, sind die Tests nicht für alle Bereiche geeignet oder fehlt die therapeutische Betreuung vor Ort? Wie sehen solche Tests überhaupt aus, Fragebogen oder Einzelgespräche, kann man sich darauf vorbereiten und sozial erwünschte Antworten auswendig lernen?
Wie gesagt, bei der Einstellung wurde dieser Test bei zukünftigen Vorgesetzten gemacht, so genau erinnere ich mich da auch nicht mehr dran (etliche Jahre her), jedenfalls waren da auch so Persönlichkeitstest dabei so nach dem Motto:
1) Haben Sie als Kind gerne Tiere gequält?
2) Denken Sie manchmal, dass sich alle Menschen auf dieser Welt gegen Sie verschworen haben? Und so weiter…
wenn man also einen annähernd so großen IQ wie ein Toastbrot besitzt, kann man an manchen Fragestellungen natürlich erahnen, was man antworten sollte – andererseits sind diese Tests ja auch so aufgebaut, dass wenn man lügt sich an irgendwelchen anderen versteckten Fragen Widersprüche aufbauen ohne es selber zu merken, ein Psychologe wird das wohl erkennen.
Vor dem Einsatz selber wird so etwas aber generell leider nicht durchgeführt (zumindest bei uns nicht), es gab nur einen allgemeinen Gesundheitscheck (Stuhlprobe, Herz-Kreislauf usw…). Generell deshalb, weil ich mich Jahre zuvor einmal freiwillig in eine Therapie begab (nichts Wildes, ist auch alles wieder i.O. , nur es stand eben in den Akten drin und da wollte man auf Nummer sicher gehen und ich wurde drei Wochen lang in einer Psychiatrie mit allen möglichen Szenarien konfrontiert, Gehirnströme gemessen, beobachtet, provoziert usw… bevor man dann grünes Licht gab.
So etwas wäre sicherlich sinnvoll für alle, wohl aber zu teuer.

Zitat:
Zitat von Red Devil
Könnten intellektuelle Probleme ausschlaggebend gewesen sein, sind bestimmte Waffengattungen und "Soldatentypen" empfänglicher für solche "Scherze"? Ich denke da an Vorurteile während meiner BW-Zeit zurück, als Luftwaffensoldaten wegen der meist höheren Schulausbildung einen elitäreren Status zugesprochen bekamen als z.B. die Pioniere beim Heer (dumm, dick und wasserfest).
Bei uns heißt es ja immer Männer der Marine, Herren der Luftwaffe und Soldaten des Heeres. Ich will jetzt öffentlich keinen Bereich schlecht machen aber natürlich gibt es Bereiche, die eher damit angelastet sind, einen höheren Anteil an „gescheiterten Hauptschülern“ zu besitzen.

Zitat:
Zitat von Red Devil
Ist es vielleicht ein regionales Problem von Soldaten aus Bundesländern mit relativ geringem Ausländeranteil und dadurch bedingt, einem entsprechenden Defizit gegenüber anderen Kulturen?
Puhh…. Kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen, aber der regionale Schnitt geht ja durch alle Bereiche und ist damit auch nur ein Spiegelbild unserer Gesellschaft

Zitat:
Zitat von Red Devil
Wurden evtl. Fehler bei der Personalauswahl gemacht und wie könnte man dies zukünftig vermeiden? Sind eigentlich auch Wehrpflichtige als Freiwillige im Auslandseinsatz und werden diese ggf. auch gesinnungstechnisch auf Herz und Nieren geprüft? Gibt es eine Statistik über den Prozentsatz der abgelehnten Freiwilligen oder ist man über jeden Freiwilligen froh?
Statistiken kenne ich diesbezüglich nicht. Wie ich schon oben erwähnte, wird sicherlich gesinnungstechnisch gar nicht so genau geprüft (vielleicht auch aus der Befürchtung heraus, dass dann zu viele Leute, die da gar nicht hinwollen schauspielern könnten?)
Wehrpflichtige waren bisher bei uns nicht im Einsatz, wie es in Afghanistan aussieht kann ich nicht sagen, denke aber eher nicht. Das werden auch nur Zeit- oder Berufssoldaten sein. In erster Linie nimmt man natürlich Freiwillige, da gab es in der Anfangszeit sicherlich genug (auch wegen dem Geld, ca. 90,- Euro pro Tag zusätzlich 6 Monate lang und dort nichts ausgeben können ). Mit zunehmender Einsatzdauer werden die freiwilligen Meldungen immer weniger und wenn sie dann ganz ausgehen, werden halt „Freiwillige bestimmt“ wie es immer so schön heißt.

Zitat:
Zitat von Fozzil
Was bezwecken den Deine Kollegen damit, dass sie von ihrem Handeln auch noch Fotos machen?

Sie finden in der Wüste Gebein und machen damit ihre Späße. Aber was treibt die Leute dazu, davon auch noch unmengen von Fotos zu machen?? Ich habe dafür nur eine Erklärung: Hirnlosigkeit!
Wir haben bei uns auch alles fotografiert um später Erinnerungen zu haben, gut da waren keine Totenschädel dabei aber eben alles Mögliche (von Slumvierteln, bei Verkehrsunfällen Umgekommenen usw..). Man will den Einsatz vielleicht so gut es geht für sich selber archivieren und auch den Angehörigen zu Hause später zeigen. Mit jedem Bild was man macht kann man es schon kaum erwarten zu Hause zu zeigen und zu sagen: "Guck mal was wie alles für eine Sch... erlebt haben. In dem Moment ist man sich gar nicht bewusst darüber, welche Konsequenzen das Auftauchen solcher Bilder wie im Falle der Skelettteile haben könnte da man die Situation wie oben beschrieben eben als relativ normal ansieht.

So, fünft Minuten überzogen, nun Werder gucken, bis denn!
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