Reinhold Knorr, BSV Holzhausen II, 1. Bezirksklasse OS
Keine Frage, der Grundgedanke des neuen Bilanzsystems ist ok. Spieler, die in verschiedenen Paarkreuzen spielen oder wenige Einsätze haben, werden gerechter bewertet. Nur, es ist einfach schlecht gemacht. Es ist zu kompliziert und dann in seiner Bewertung auch noch äußerst fragwürdig.
Beispiel 1: 2 Spieler einer Mannschaft des oberen Paarkreuzes spielen gegen die gleichen Gegener. Die Nr.1 spielt 9:9 mit 9 Siegen gegen die 1 und 9 Niederlagen gegen die 2. Die Nr. 2 spielt 10:8 mit 9 Siegen gegen die 2 und einem Sieg gegen die 1. Wer ist jetzt stärker? Natürlich die Nr.1 mit einer Bilanzzahl von 5,324 zu 4,779. Wenn das richtig ist, verstehe ich gar nichts mehr.
Beispiel 2: Spieler A oben 5:13 (2:7; 3:6 Bilanzahl: 2,180); Spieler B mitte 12:6 (5:4; 7:2 Bilanzzahl 3,508) Ergebnis: es muß umgestellt werden, da eine Differenz von 1,328. Jetzt übertragen wir die Bilanzen von Spieler A in die mitte und von Spieler B nach unten. Ergebnis: Spieler A hat eine Bilanzzahl von 0,640, Spieler B 1,586. Es muß nicht umgestellt werden, da der Unterschied nur 0,946 beträgt. Das ist schlicht und einfach Blödsinn. Ich möchte gerne wissen auf welcher Datenbasis entschieden worden ist, dass das Leistungsgefälle zwischen oben und mitte 30% kleiner ist, als zwischen mitte und unten.
Noch eine Anmerkung zu der Aussage von Perser, in 99% der Fälle würde sich an der Aufstellung nichts ändern. Das ist schlicht und ergreifend falsch.
Unter
http://www.tischtennis-osl.de/cms/in...d=42&Itemid=23
kann man die Auswertung je einer Halbserie aus der Verbandsliga Nord und der Landesliga Weser-Ems der letzten Saison runterladen. Ich habe es nicht ausgezählt, aber deutlich mehr Mannschaften könnten nach dem neuen System anders aufgestellt werden (geschätzt ca. 40%). Es wäre ja auch ein Witz, wenn man einen derartigen Aufwand für nur 1% der Mannschaften machen würde.
Mein Eindruck ist, dass die Vereine jetzt einen größeren Entscheidungsspielraum haben als bisher. Das mag jeder für sich entscheiden, ob das richtig ist. Ich meine das alte System hat genügend Spielraum geboten.
Also noch einmal: Zurück zu dem alten System, oder aber wenigstens das neue System handwerklich besser machen (schwer ist das nicht!).
Noch eine Bemerkung zur Einführung des neuen Systems: Ich hätte es für äußerst sinnvoll erachtet, wenn die Macher vor der Einführung erläutert hätten, wie man zu dem neuen System gekommen ist (Ziele, Datenbasis, Auswertungsergebnisse). Vielleicht wäre dann einiges verständlicher. Praktisch alle Spieler mit denen ich gesprochen habe, lehnen das neue System ab.
Peter Igel hat in einem der Beiträge die Verantwortlichen aufgefordert sich zu äußern, das kann ich nur unterstützen.