Meine Meinung dazu ist ganz klar:
Es ist zwar ehrenvoll, dass man den TT-Sport voranbringen und zukunftsorientiert handeln möchte.
Jedoch sehe ich zum Thema Vierer-Mannschaften nur Nachteile.
Punktspiele in den Amateurklassen werden zum Trauerspiel verkommen, da von jeder Mannschaft 2 Leute parallel spielen und einer zählt. Der übrig gebliebene Mannschaftskollege ist fast schon zu bedauern, wenn er bei Auswärtsspielen dann als einziger auf der Bank sitzt und sein Team anfeuert.
Das wegen der 4er-Teams mehr Zuschauer kommen, wage ich mal stark zu bezweifeln. Es ist eine absolute Utopie, den Trends hinterher hecheln zu wollen, um Zuschauer zu gewinnen. Das wird nicht funktionieren. Wenn sich jemand ernsthaft für den Sport interessiert, wird er sich ein Match anschauen, ob nun 6 Leute in einer Mannschaft sind oder 4. Auch wird kein Mensch aus diesem Grunde anfangen, Tischtennis zu spielen, weil die Spieldauer auf einmal eine halbe Stunde kürzer ist.
Dazu nur eins: neulich beim BOL-Punktspiel Marbach gegen Richtsberg 2 waren locker 50 Zuschauer in der Halle, die sich guten TT-Sport angeschaut haben. Und da standen 6 gegen 6 an der Platte.
Ein weiteres Problem: wie sollen wir (Marbach), denn auf einmal 6 statt 4 Herrenteams Spielzeiten in unserer Halle geben, wenn auf 4er-Mannschaften reduziert wird? Ein Ding der Unmöglichkeit. Anderen Vereinen wird es sicher nicht anders gehen.
Ich sehe durch 4er Teams ausschließlich "große Vereine" bevorteilt, die sich nicht um Hallen-Zeiten scheren müssen und die dadurch Vorteile erlangen, dass sie weniger Gelder für ihren Kader ausgeben müssen. Sonst spart durch diese Maßnahme wirklich kein Mensch mehr Geld ein...
Aber auch das könnte sich irgendwann als Trugschluss herausstellen, weil die die Gehälter der Spieler mit Sicherheit vergleichsweise teurer werden.
Ein weiterer Riesennachteil: Ein Aufstieg wird viel leichter "käuflich". Bei 4er Teams würde z.B. ein eingekaufter Spieler in unserer BOL (und in jeder anderen Klasse auch) stärker ins Gewicht fallen, als jetzt. Ein Einzelspieler hat in diesem System zu viel Gewicht. Ob das gut für die Entwicklung unserer Sportart ist, wage ich zu bezweifeln.
Die meisten Menschen spielen nun mal aus Spaß am Sport Tischtennis, wenn man es semi-professionell betreibt, mag man das anders sehen.
Und was wird vorgeschlagen, wenn die 4er-Teams sich nicht als das Zugpferd erweisen? Vielleicht dann 3er-Teams, damit es noch schneller geht?
Das wird für die Bundesliga ja auch schon diskutiert.
Ein dicker Minuspunkt ist die Spieldauer. Manche mögen maximal 3-4 Stunden als zu lang erachten. Ich erachte eine Spielzeit, die wenn's dumm läuft nur eine Stunde oder weniger beträgt (0:6), als zu kurz. Jeder, der schon mal im Pokalspiel eine Klatsche bekommen hat, weiß, was ich meine...
Wenn wir nur Schnelllebigkeit und Profit hinterher rennen wollen, mögen 4 Spieler pro Team sinnvoll sein. Wenn man in den Amateurklassen die Faszination des Tischtennis als Mannschaftssport in einem intakten Verein erleben möchte, kann die Antwort nur lauten: wir bleiben bei 6er Teams.