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AW: Tipps für "Fernost-Anfänger"
Bei klassischen Chinabelägen (klebrig mit hartem Schwamm) muß man seine in Europa gelernte Technik weitgehend umstellen, insbesondere auf der Vorhand.
Außerdem braucht man ein weiches elastisches Holz. Sehr beliebt in China sind z. B. Yasaka Gatien Extra oder die Stiga Classic Hölzer. Steife Carbonhölzer sind nur dann mit Klassikern spielbar, wenn man extrem viel Frischkleber benutzt. Dann gehen sie aber gut. Das Boll Spirit ist auch in China sehr beliebt, aber die dort Kiddies kleben auch wie die Wilden und haben eine lupenreine Technik.
Ich schreibe mal etwas zur Technik, da man hierzu hier im Forum sehr wenig findet:
Klassische Chinabeläge brauchen im Vergleich zu dem was wir gewöhnt sind extrem viel Anpressdruck, um Viel Spin zu erzeugen und noch viel mehr Druck nach vorn, um den Ball richtig schnell zu machen. Mit ein bischen Handgelenk schwenken kannst du chinesischen Belägen nicht mal ein müdes Lächeln rauslocken. Man muß enorm viel Kraft und Schnelligkeit aufbringen, um die Chinaklassiker richtig auszureizen (richtig ausreizen kann man die als Hobbyspieler sowieso gar nicht, aber man kann damit extrem viel Wirkung erzielen und darauf kommts ja an).
Beispiel VH Gegentopspin: Mit einem Chinaklassiker muß man mit dem ganzen Arm, den Beinen und der Hüfte ziehen, nicht nur mit dem Unterarm. Der Schlag beginnt ungefähr auf Ballhöhe und die Bewegung geht mit voller Power nach vorne *unten*. Man schlägt mit senkrechtem Blatt den Ball volle Pulle in den Schwamm und dreht dann das Handgelenkt gegen den Uhrzeigersinn (als Rechtshänder), man rutscht also über den Ball weg nach vorn. Wenn der Ball über die Platte fliegt, dann mehr nach vorne unten ziehen, also etwas in die Knie gehen während der Ballführungsphase. So ein Gegentop ist verdammt schnell, verdammt spinnig und verdammt kontrolliert. So eine Chinabombe geht auch mit einem "lahmen" Friendship Super FX, aber ein Hurricane oder ein Friendship Higher sind dafür natürlich deutlich besser geeignet.
Beispiel VH Topspin auf Unterschnitt: Man zieht wie aus dem Lehrbuch steil nach oben und setzt dabei massiv die Beine ein. Für die Schnelligkeit ist eine explosive Hüftdrehung und die Gewichtsverlagerung nach vorn verantwortlich. Von nichts kommt nichts, aber mit entsprechender Muskulatur zieht man so Brutalogranaten mit einem Mörderspin. Der Belag an sich hilft dir dabei aber nicht im geringsten, das mußt du selbst machen. Der Vorteil ist aber, daß wenn man es erst einmal kann, dann kann man so auch jeden beliebigen Schnitt mit ordentlich Tempo durchrohren und ist nicht besonders fehleranfällig. Chinaklassiker sind ehrliche Zeitgenossen. Ohne saubere Technik und einen sehr schnellen Armzug geht nichts.
Geändert von Chinabomber (21.11.2006 um 00:01 Uhr)
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