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Hallo!
Ich denke, es sind einige Anmerkungen zu euren Reaktionen auf mein Posting erforderlich.
Zunächst zum Thema Vergleich:
Richtig ist, dass sich Altshausen und der TTVWH gerichtlich verglichen haben. Das "gleiche Gericht" die Ausländerregelung gerade nicht für rechtmäßig erklärt, denn sonst, und das dürfte allen klar sein, hätte der Verband gewonnen. Wer so etwas behauptet hat das Wesen eines Vergleichs nicht verstanden.
Mit den Vereinen der Regionalliga wurde kein Vergleich geschlossen. Diesbezüglich ist die Darstellung des Verbandes entweder unsorgfältig oder bewußt manipulativ.
Der Süddeutsche TTV (also nicht der TTVWH) hat stattdessen folgendes gemacht (und das gleicht wirklich eher einer Erpressung als einem "Vergleich"):
Er hat gegen die bestehenden einstweiligen Verfügungen Einspruch eingelegt, was sein gutes Recht ist. Die Spiele der Vereine mit eV wurden darauf trotz eV rückwirkend mit 0:9 gewertet, was den Abstieg zur Folge hätte. Gleichzeitig hat er den Vereinen angeboten, alle Spiele würden mit 0:0-Punkten gewertet (was dazu führte, dass diese Vereine nicht absteigen würden), wenn sie für die nächste Saison die Ausländerregelung des Verbandes in der diesjährigen Form anerkennen.
Nun, warum ist das "mies"?
1. Die Vereine (wir zB) hatten die EV seit September (also seit acht Monaten). Eine Woche nach dem Ende der Saison (also just zu dem Zeitpunkt, als die Vereine nicht mehr reagieren konnten), legt der Verband Rechtsmittel ein. Ich halte das für eine miese Taktik und will anfügen, das das eV-Einspruchsverfahren längst hätte abgeschlossen sein können, wenn der Verband im Oktober Rechtsmittel eingelegt hätte.
Nun wird den Vereinen (!) vorgeworfen, wenn sie nun ihrerseits weitergehende Rechtsmittel einlegen, dass sie "systematisch den TT-Sport zerstören". Um es klar zu sagen: Ein Verein, der die eV erhalten hat, hat keinen Grund (und kein Rechtsschutzbedürfnis) eine langwierigere und kostspieligere Hauptsacheklage einzureichen. Der Verband hätte es sieben Monate (!) früher tun können. Wir hätten Rechtsklarheit haben können, wenn der Verband dieses Verfahren zügig weiterbetrieben hätte und nicht erst einen Monat vor Wechselschluss/Klasseneinteilung Rechtsmitteleingelegt hätte. Ich möchte am Rande bemerken, dass diese späten Entscheidungen des Südverbands leider Tradition haben (auch die Ausländerregelungen wurden extremst spät erlassen). Müßig zu sagen, das wir schon die Verträge für die nächste Saison unter Dach und Fach haben. Vielen anderen wird es ebenso gehen.
Die Wertung dieser sportlich gespielten Spiele im Nachhinein trotz eV mit 0:9 zu werten, kann man kaum als Vergleich ansehen, Auch das "Angebot" die Spiele mit 0:0 zu werten, wenn die vereine die Ausländerregelung anerkennen, gegen die sie eine gültige eV hatten, ist eigentlich eine Perversion des Wortes.
2. Der übliche Verlauf eines Rechtsverfahrens ist doch anders: Erhält jemand eine eV wird die Regel ausgesetzt, zumindest solange bis die Sache entgültig geklärt ist. Das Ganze hat eine gewisse Ähnlichkeit zu der Wertung, das erst wenn bewiesen ist, das ein Straftäter schuldig ist, eine Verurteilung ergehen darf. Oder anders ausgedrückt: Unklarheiten der Satzung gehen zu Lasten dessen, der die Satzung erlassen hat. Wie würdet ihr denn die Sache sehen, wenn ihr persönlich von einer unklaren Regelung nachteilig betroffen wärt?
Ihr würdet auch darauf hinwirken, das die Regelung solange keine Wirkung hat, bis die Rechtmäßigkeit eindeutig geklärt ist, oder? Nichts anderes machen die Vereine.
Leider sind viele der Verbandspropaganda reingefallen.
3. Das Argument "Imageverlust für meinen Verein" (@Albatross) ist unangebracht, denn mein Verein zählt unbestritten seit mehreren Jahrzehnten zu dem besten was an Jugendförderung in unserer Region stattfindet. Wir sind uA auch schon mit diesem Modell (Ausländische Profis für die Jugendarbeit und nicht ausländische Profis statt Jugendarbeit) mit dem grünen Band ausgezeichnet worden. Wir kämpfen nicht gegen den Verband sondern für unser Jugendförderungskonzept.
Und das, lieber Albatross, sollte weder verwerflich noch imageschädigend sein. Auch wenn wir in der Sache unterschiedlicher Meinung sein sollten, ist dieses Argument unter deinem Niveau. Schade.
5. Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung:
Man kann mir mit Sicherheit nicht vorwerfen, das ich in diesem Forum irgendjemand beleidigt oder sonstwie unfair angegangen hätte. Ich habe mich bemüht, immer auch zur Sachdiskussion mein Wissen einzubringen. Ich finde es daher unfair und etwas verletzend, wenn mir "viel Spass bei der systematischen Zerstörung des TT-Sports" gewünscht wird oder gemutmaßt wird, das mein Beharren auf meiner Meinung etwas mit meinem Beruf zu tun hätte. Ich verdiene an diesem Rechtsstreit keinen Pfennig/Cent (im Gegenteil ich opfere viele Stunden Schlaf und Arbeitszeit).
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"Glut wird alles, was ich fasse,
Asche alles was ich lasse,
Flamme bin ich sicherlich"
(Nietzsche)
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