Zitat von Carstens_Brüderchen
Hallo Leute,
da bin ich mal zwei Tage nicht anwesend, schon geht's hier hoch her.
Tja, das mit dem gefährlichen Halbwissen ist ja schon immer so eine Sache gewesen... (beziehe mich auf die Spekulationen zum Daunheimer-Wechsel und den Gegenspekulationen mit allem, was dazu geschrieben wurde).
Letzen Endes ist einfach Fakt, dass Daunheimer wechselt. Und ebenso ist Fakt, dass er gegen Attendorn nicht mehr angetreten ist. So, wie aus Plettenberger Quelle zu erfahren war, auf Grund einer internen Abstimmung. Völlig in Ordnung im Grundsatz...wenn auch für den einen oder anderen Verein im Abstiegsduell eine bittere Pille.
Aber im Verlauf der Rückrunde dürfte Attendorn durch den Wechsel sowieso aus dem Kreis der Abstiegskandidaten ausscheiden. Folglich ist es relativ "Latte", ob Daunheimer jetzt noch 4 Punkte für Plettenberg geholt hätte oder nicht bzw. Attendorn hierdurch zwei Punkte flöten gegangen wären.
Die einzigen, die eventuell zwei Mal direkt durch den Weggang Daunheimers profitieren könnten, sind eigentlich wir, weil wir noch in Hin- und Rückserie gegen Plettenberg spielen werden. Wobei auch diese Spiele erstmal gewonnen werden müssen. Doch auch, wenn es ein heißes Rennen um den Abstieg geben wird, halte ich es für eher unerheblich, ob die zwei Punkte aus der Hinserie noch zusätzlich auf unser Konto laufen. Aber auch da kann ich mich irren...
Doch nun nochmal zu den Spekulationen über das Transferverhalten von Welschen Ennest: Reiner hat das eigentlich sehr treffend auf den Punkt gebracht, indem er sagte: "in welschen-ennest denkt man halt anders...".
Diese Sichtweise beschreibt so ziemlich exakt den Welschen Ennester als solches. Das muss nicht immer positiv auslegbar sein, im Grundsatz aber schon eine ganz brauchbare Eigenschaft, die den Welschen Ennester so kennzeichnet.
Es ist jedenfalls wirklich so, dass hier keiner Kohle bekommt. Und es ist auch nicht angedacht, selbst wenn es mal Gegenstand einer Überlegung war, die diskutiert, aber mit großer Mehrheit dankend abgelehnt wurde - ein gutes Beispiel für praktizierte Demokratie und gleichermaßen für das Miteinander innerhalb des TTC.
Hier denkt man zwar anders, aber man hinterfragt sich auch selbst. Das fand auch zu diesem Zeitpunkt statt. Man fragte sich, wo man als Gemeinschaft hinwolle. "Was sind die Ziele?", lautete die Kernfrage, als Björn bei Meinerzhagen die Gelegenheit wahrnehmen wollte, mal Oberliga zu spielen (was ihm keiner verdenken wollte) und ein Abstieg aus der LL als mögliche Konsequenz für den TTC drohte.
Man erkannte, dass das Miteinander (ob in der Landesliga oder in der Kreisliga) der wesentliche Inhalt des gemeinschaftlich betriebenen Sports war und ist. Dementsprechend war die Überlegung, vorübergehend einen Spielertrainer zu engagieren, schnell vom Tisch.
Dass hier in WE so konsequent mit diesem Thema umgegangen wird, verschafft uns deswegen aber keine erhöhte Position gegenüber Vereinen, die ihre Ziele eventuell anders definieren und diese dann auch mit anderen Mitteln ansteuern. Dann wird dort halt (aus unserer Sicht) auch "anders gedacht". Jeder, wie er meint, zu müssen oder zu wollen.
Es ist jedenfalls schon interessant und auch immer wieder schön zu sehen, dass Spieler von anderen Vereinen gerne zu uns kommen, weil die Atmosphäre hier so ist, wie sie ist. Und nicht, weil sie finanzielle Aspekte in ihre Betrachtung mit einbeziehen.
In diesem Zusammenhang auch noch ein Zusatz zur Konstellation Stefan, Reiner, Mannschaft, Freundschaft: Ich bin SEHR froh, sagen zu können, dass die Ausführungen von Stefan und Reiner in dieser Form absolut zutreffend sind.
Dass Stefan sicher eine Menge Probleme hatte, wissen Viele - und ich wünsche ihm ebenso auf diesem Wege von Herzen alles Gute für die Zukunft. Das weiß er auch aus entsprechenden persönlichen Gesprächen mit Reiner, mit Carsten, mit der Mannschaft und mit meiner Wenigkeit (die wirklich ganz und gar nicht maßgeblich ist). Stefan ist damals auch wegen der Atmosphäre und wegen der Leute gekommen. Und ich denke, dass er das bei Tageslicht besehen nie bereut hat.
Dass Reiner (er ist damals übrigens aus den gleichen Beweggründen wie Stefan zum TTC gewechselt, was auch für Björn, Volker und Daniel gilt) sich persönlich für den Verein und auch für die einzelnen Menschen des Vereins engagiert, wo er kann, ist meines Erachtens höchst lobenswert. Das macht er jedoch, ohne hierfür irgendwelche Ausnahmeregelungen oder Sonderstellungen für sich zu beanspruchen. Das ist sicher ein GROßER Unterschied zu vielen Sponsoren anderer Vereine und zu vielen Leuten, die sich in einen Verein einbringen.
Und das passt auch insgesamt zum Selbstverständnis des Vereins TTC Welschen Ennest. Denn hier sind sowohl der Vorsitzende als auch der gesamte Vorstand des Vereins Menschen, die "auf dem Teppich" bleiben.
"Gesponnen" (im Sinne von "Dummes Zeug") wird hier höchstens beim Bierchen nach dem Spiel...naja, und manchmal ein kleines bisschen auch während des Spiels, wenn der Ehrgeiz beim einen oder anderen aktuell etwas überproportional durchschlägt (aber ich denke, DA kann sich so ziemlich kein TT-Spieler von ausnehmen). Ansonsten hat man Spaß miteinander und ist auch füreinander da. Letzteres in einem Maße, wie ich es in über 30 Jahren verschiedenster Vereinsstrukturen, die ich persönlich kennen gelernt habe, nicht auch nur annähernd erfahren durfte.
Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb hier in WE vieles sowieso ganz anders läuft und gedacht wird. Gut so!
Ich weiß, dass ich mal wieder eine umfangreiche Lithurgie losgelassen habe, wofür ich um Nachsicht bitte. Aber es war mir persönlich wichtig, diese Dinge mal so ausführlich zu schildern. Wer daraus welche Schlüsse zieht, bleibt jedem unbenommen.
In diesem Sinne liebe Grüße
Olaf
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