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Puh,
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in diesem Thread nicht mehr tätig zu werden, aber nun fällt es mir mittlerweile schwer, an mich zu halten.
Vorweggeschickt sei hier nochmal, dass ich PDS-Mitglied bin.
Das muß nicht jeder gut finden, ist aber ein erster Hinweis auf meine politische Überzeugung.
Benjamin und Volkmar haben ja schon auf die demoskopische Entwicklung der Bevölkerung in der BRD hingewiesen. Dem pflichte ich bei.
Grundsätzlich ist es natürlich o.k., wenn jemand in Fragen der Ausländerpolitik eine andere Ansicht vertritt als ich.
Was ich wirklich verwerflich finde, ist der Versuch der Meinungsmache gegenüber Ausländern mit Schüren von Angst durch Benutzen von Parolen und Schlagwörtern wie "Überfremdung", "Russenmafia", "Scheinasylantentum" usw..
Benjamins Ansatz in der Diskussion deckt sich mit meinen Erfahrungen in der Gemeinwesenarbeit:
es gibt eben genau da Probleme, wo viele Menschen mit gleich schlechten Chancen quasi "ghettoisiert" beieinander leben.
dort gibt es Gewalt, Kriminalität, Drogen etc., häufig eben als Ausdruck von Hoffnungslosigkeit.
dies gilt dann für Deutsche und Ausländer gleichermaßen.
Diese Menschen erlebe ich dann in meiner Arbeit als Sozialarbeiter in der JVA und glaubt mir, da unterscheidet sich nicht danach, ob jemand einen deutschen Paß hat oder nicht, wie seine Chancen nach der Enlassung sind; Kriterium ist seine soziale Situation, sein Ausbildungsstand.
Menschen benehmen sich schlecht, werden straffällig, weil sie es nicht gelernt haben, Konflikte anders zu lösen und weil sie keine Idee haben, wie sie mit legalen Mitteln ihre (scheinbaren) Bedürfnisse zu befriedigen.
Die Mär von dem anderen Verhältnis von Ausländern zum eigentum können wir ja hier hoffentlich als Propaganda von vorgestern zu den Akten legen.
Zusätzlich noch dieses:
Wer sind denn die ach so bösen Ausländer, die "uns unser Land wegnehmen wollen" - was für eine absurde Idee übrigens; da sei doch mal angemerkt, dass hoffentlich niemand von Euch römische Vorfahren hat (alle Trierer z.B. aufgepasst) oder gar Schweden (dreißigjähriger Krieg, Ihr wißt).
Meine Frau kommt aus Rüsselsheim (Opel).
Dort leben mittlerweile Griechen tw. in dritter Generation.
Die babbeln Hessisch mit griechischem Akzent.
Aufstellungen von TT-Mannschaften lesen sich wie ein Sammelband von Polyglott.
Wo ist da das Problem?
Also:
Integration ist nachwievor das Schlagwort, wohlgemerkt beiderseits. Klar ist auch für mich, dass an den Schulen in erster Linie Deutsch gesprochen wird und meine Töchter nicht nachhause kommen mit der Aussage, sie könnten in der Pause nicht mitspielen, weil sie nichts verstünden.
Der Ansatz hierzu ist aber ein politischer:
Anreize schaffen, sich zu integrieren, Möglichkeiten bieten zum Einbringen der Herkunftskultur eben ohne den Verlust derselben.
Folglich geht es um massives Intensivieren von Gemeinwesenarbeit.
So, ich weiß, dass das viele von Euch genervt haben wird, weil wie hieß das "pseudosoziales Gequatsche", nur könnt Ihr mir glauben, dass ich weiß, über was ich rede.
Ich verdiene meine Brötchen mit Sozialarbeit.
@Star Trek Fan:
Entweder bist Du noch sehr jung oder hast offensichtlich einen Beamschaden erlitten.
Wenn ich das richtig verstanden habe, versuchst Du irgendeinen Vergleich zwischen den Indianern Amerikas und den Deutschen in der BRD zu ziehen.
Aber wahrscheinlich ist das so, dass die Haiders, Schönhubers und Le Pens dieser Welt es schaffen, Leuten zu vermitteln, sie würden durch irgendwas so massiv bedroht wie die Indianer oder Aborigines.
Schade.
Tut mit leid, ist wohl auch zynisch und nicht ganz fair.
Aber irgendwann platzt mir der Kragen.
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