Dreifache Schlägerfraktur beim TTC
2:9-Schlappe gegen Eilenburg / 9:6-Sieg gegen Rosenheim
Mit einer deutlichen Niederlage und einem am Ende noch hart umkämpften Sieg hat der TTC Weinheim die Abstiegsränge der Regionalliga zumindest vorübergehend verlassen.
Gegen die baltische Auswahltruppe des Ileburger TTC Sachsen Döbeln setzte es eine deprimierende 2:9-Heimschlappe. Zum ersten Mal in der laufenden Saison lieferte man im Eingangsdoppel eine komplette Nullnummer ab. Bondarev/Pätzold unterlagen den aktuellen bulgarischen Meistern Gabrovski/Valchev hauchdünn, Klumpp/Back gelang gegen Sirokijs und Smirnov immerhin ein Satzgewinn, Lakmann/Beranek ging im Schlußspurt gegen Agurianov/Sidorovs die Puste aus.
Als sich dann auch noch Spitzenspieler Andrej Bondarev vom estischen Nationalspieler Aleksandr Smirnov nach sicherer 2:0-Führung noch vernaschen ließ, war der Zug schon lange ohne den TTC abgefahren. Einzig Daniel Pätzold durfte noch mit einem sehenswerten 3:2-Sieg über den angeschlagenen baltischen Meister Victors Sirokijs glänzen, der Rest der Truppe blieb mit mittel- bis saumäßigen Leistungen weit hinter den Erwartungen zurück. So war es am Ende mehr als bezeichnend, dass der zweite Gegenzähler lediglich durch die kampflose Aufgabe des an der Schulter lädierten Sirokijs zustande kam.
Gegen Tabellenschlusslicht Rosenheim strebte man vor allem Wiedergutmachung bei den verärgeten Fans an, was leider nur zum Teil gelang. In einer emotional geführten Partie blieb dem vielbeschäftigten Oberschiri Dieter Ludwig in seinem vermeintlich letzten Einsatz nur der Griff an die Gesäßtasche erspart.
Nach dem Bilderbuch-Fehlstart im Vorspiel startete man gegen die Oberbayern mit veränderter Doppelaufstellung.
Bondarev/Lakmann ließen die Youngster Büttner/Valoch in drei Sätzen alt aussehen, die neuformierten Pätzold/Back unterlagen erwartungsgemäß Toth/Hundhammer mit dem gleichen Resultat. Klumpp/Beranek wehrten gegen Floritz/Dirnberger Matchball ab und zitterten ihre Farben mit 2:1 in Führung.
Hatte man den Sieg von Spitzenspieler Bondarev gegen Wolfgang Hundhammer noch auf der Rechnung gehabt, so konnte der Badische Ranglistensieger Pätzold mit seiner bislang stärksten Saisonleistung und einem 3:0-Sieg über Istvan Toth Freund und Feind überraschen.
Nach verpatztem Start kam Tim Klumpp gegen Philipp Floritz mit den druckvolleren Aktionen immer besser ins Spiel und erhöhte auf 4:1. Robert Lakmanns Zähler gegen den bislang noch vollkommen sieglosen Andreas Büttner hatte man vor dem Spiel schon auf der Habenseite verbucht. Beim stark aufspielenden Rosenheimer Youngster platzt nach fünf vergeigten Entscheidungssätzen endlich der Knoten.
Auf das hintere Paarkreuz war am Samstag jedoch Verlass: Robert Valoch erleichterte Kapitän Peter Beranek per finalem Fehlaufschlag das Siegen erheblich, Abwehrstratege Christian Back hatte Konterspieler Mario Dirnberger in drei knappen Sätzen im Griff und erhöhte auf 7:2.
Mit zwei Siegen im Spitzenpaarkreuz bliesen die Oberbayern zur Aufholjagd. Ungar Toth degradierte Bondarev im Linkshänderduell zum Statisten, wobei die weitaus sehenswerteste Aktion des Russen wohl der abschließende Segelweitwurf seines Schläger gegen die Trennwand blieb. Laufwunder Pätzold spielt sich mit seinem sehenswerten Topsspinspiel immer mehr in die Herzen der Weinheimer Zuschauer. Im packendsten Match des Tages unterlag er aber dem starken Hundhammer im Fotofinish.
Tim Klumpp ließ sich vom respektlos aufspielenden Büttner und der beginnenden Hektik in der Halle aus der Ruhe bringen und gravierte mit seinem ******************zeug nach drei erfolglosen Durchgängen den Hallenboden. Nachdem Lakmann bei seiner chancenlosen 1:3-Niederlage gegen den erst 14-jährigen Floritz nur körperlich anwesend zu sein schien, stand das Kellerduell beim Stande von 7:6 wieder auf Messers Schneide.
Back und Beranek konnten jedoch die Aufholjagd der Gäste stoppen und mit Siegen über Valoch und Dirnberger die TTC-Fans mit dem abschließenden 9:6-Sieg versöhnlich stimmen.
Mit diesen beiden Punkten darf der TTC vermeintlich auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern. Ob das nach den zuletzt gezeigten dürftigen Leistungen in der Abschlusstabelle auch der Fall sein wird, darf ernsthaft bezweifelt werden.