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AW: Wird Boll ein Borusse ?
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Der Weltranglistendritte schmettert nach seinem Abschied vom Champions-League-Sieger TTV Gönnern zum Saisonende künftig für den deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf.
Es war der spektakulärste Bundesliga-Transfer seit dem Wechsel von Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf vor gut sechs Jahren in umgekehrter Richtung.
Der zweimalige Weltcupsieger gab sportlichen Perspektiven mit Blick auf Olympia 2008 in Peking gegenüber finanziell lukrativeren Offerten aus dem Ausland den Vorzug.
"Sensationelle Trainingsbedingungen"
"Das Angebot der Borussia war so gut, dass ich den Weg zu einem ausländischen Verein vermeiden konnte", sagte der 25-Jährige.
"Ich werde in Düsseldorf sensationelle Trainingsbedingungen haben und hervorragende Trainingspartner wie Christian Süß, mit dem ich Vizeweltmeister im Doppel bin. Das alles gewährleistet eine ruhige Vorbereitung auf Peking", so Boll weiter.
Unmittelbar vor Beginn des Pro-Tour-Jahresfinales hält sich Boll derzeit in Hongkong auf.
Sponsorenmangel in Gönnern
Das Ende der Ära Boll in Gönnern nach zwölf Jahren hatte sich schon länger abgezeichnet. Die Hessen konnten den German-Open-Sieger mangels Sponsoren nicht mehr halten.
Der Odenwälder war mit 14 Jahren als jüngster Spieler aller Zeiten in die Bundesliga-Annalen eingegangen und 2003 zum ersten deutschen Weltranglistenersten aufgestiegen.
Dem Vernehmen nach boten Belgiens Champions-League-Finalist RV Charleroi und Teams aus Chinas Super League deutlich mehr als Düsseldorf. Für den Vertrag bis 2010 beim derzeitigen Bundesliga-Spitzenreiter sprach allerdings neben der hochkarätig besetzten Trainingsgruppe auch die sportliche Konzeption.
Erleichterung beim DTTB
Wie schon seit 2005 in Gönnern wird Boll in Düsseldorf mit Rücksicht auf seine internationalen Ambitionen nur eine begrenzte Anzahl von Spielen bestreiten.
"Für mich war nicht das meiste Geld entscheidend, sondern die Möglichkeit einer optimale Olympia-Vorbereitung", erläuterte der deutsche Meister seine Überlegungen: "Ich werde weniger Belastungen haben."
Beim Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) löste der Verbleib des Aushängeschildes in Deutschland Erleichterung aus. "Wir sind froh, dass Timo sich auf nationaler Basis auf Olympia vorbereiten kann", sagte Chefbundestrainer Dirk Schimmelpfennig.
Fortsetzung der Tradition
Für Düsseldorf, wo die Nationalmannschaft ihre meisten Lehrgänge absolviert, bedeutet die Unterschrift des früheren Europameisters neben sportlicher Verstärkung die Fortsetzung einer jahrzehntelangen Tradition.
Ob der frühere WM-Zweite Eberhard Schöler, die Nationalspieler Ralf Wosik und Hajo Nolten, später die ehemaligen Doppel-Weltmeister Roßkopf sowie Steffen Fetzner und derzeit Süß - stets trugen die besten Deutschen auch das Trikot des Renommierklubs.
"Wir sind stolz, dass sich uns nun auch ein Ausnahme-Athlet wie Timo anschließt", erklärte Team-Manager Andreas Preuß. Boll strebt mit Düsseldorf vor allem internationale Erfolge an: "Es muss sicherlich bald eine europäische Liga kommen. In einer solchen Liga vorne zu sein, ist ein großes Ziel."
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Uli
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Niedervorschütz
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