Die bereits erwähnte "Zeitmaschine" hat mich im zarten Alter von etwa 10 Jahren auch nachhaltig beeindruckt. Kam an einem Sonntag Nachmittag im Ersten, wenn ich mich recht entsinne.
Mein erster "Horrorfilm" im Kino war - wenn man "Bambi" in der "Realverfilmung" mal nicht ganz ins Genre zählt - der jämmerlich inszenierte Zombi am Glockenseil. Hat mich nicht wirklich geschockt, sondern eher gewaltig gelangweilt.
Später gab's dann mal den "Boogieman" (ich glaube, so hieß er). Wenn man sich vor einen Spiegel stellt und drei Mal nacheinander seinen Namen ausspricht, erscheint er irgendwann und macht Dich kalt. Fand ich von meiner eigenen Vorstellung her irgendwie so beklemmend, dass ich es nie wirklich ausprobiert habe - bis heute. Naja, bin halt schon ein kleines naives Sonnenscheinchen...
Dracula, Blade, Frankenstein und ähnliches waren für mich immer schon eher Quellen cineastischer Belanglosigkeit (rein aus persönlichem Blickwinkel), wenn auch teilweise interessant inszeniert - Bram Stokers's Dracula und Interview mit einem Vampir zählen weitläufig zur letzteren Sorte. Das liegt wohl schlicht daran, dass ich derlei Fantasiegebilden einfach nicht genügend eigene Unsicherheit beimischen kann, um mich tatsächlich zu gruseln.
Interessanter wird es da schon bei Endzeitvisionen, wie "The Day After". Das ist für mich eher als Horrorszenario greifbar, wenn auch keineswegs im Horrorbereich anzusiedeln.
Was in den ersten drei Vierteln noch recht dicht gestrickt war und schon einen Horroraspekt in sich barg, war Stephen Kings "ES". Wobei der Schluss dem gesamten Spannungsaufbau für meine Begriffe einen dramaturgischen Todesstoß versetzt. Riesenspinne in der Kanalisation, die sich als Clown auf Kinder stürzt...da wäre eine andere Konstellation sicher möglich und deutlich gruseliger gewesen.
Polanskis "Tanz der Vampire" finde ich wirklich durchgehend irre komisch! Sehe ich auch immer wieder gerne. Das ist kein Horror, auch wenn vortrefflich mit den Stilmitteln gearbeitet wird. Köstlich! Ähnliches gilt für "From Dusk till Dawn". Beide Werke sind auf ihre Weise Spitze!
Ich kann mich anstrengen, so sehr ich will - ich finde einfach keinen wirklich gruseligen Film. Wohl aber beklemmende Thriller mit realistischem Hintergrund. Die Neuverfilmung von "Es geschah am hellichten Tag" mit Jack Nicholson (Original mit Rühmann und einem - wie immer - phantastischen Fröbe) hat mich mit der Wendung gegenüber der Originalfassung tatsächlich etwas verstört. Weil ich eben das Happy End der Originalfassung kannte und überhaupt nicht auf diese Unumkehrbarkeit gefasst war, die durch den paranoid zerfressenen Nicholson überspringt und am Ende des Filmes wie ein Betonklotz auf den Zuschauer fällt.
Dann gibt es noch viele Beispiele aus dem Bereich des Film Noir, die heute leider immer weniger wahrgenommen werden, aber weitaus düsterer und subtiler die Psyche des Zuschauers angreifen, als dies heute auch nur ansatzweise gelingt.
Oder auch Science Fiction mit gewaltiger Tiefe (wenn man sich auf das Gedankengebilde einlässt), z.B. "Jahr 2022... die überleben wollen" mit der späten Einsicht ("Soylent Green ist Menschenfleisch!"), dass Menschen wegen der Lebensmittelknappheit zu so was wie "Chips" recycled werden. Wird heute schon als Kroepock (oder wie das Zeug heißt) in China-Restaurants serviert...
Vielleicht fällt mir noch was ein, aber jetzt muss ich erst mal was essen. Habe gerade irgendwie Appetit bekommen...
Gruß
Olaf