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Alt 19.12.2006, 13:45
Hurz67 Hurz67 ist offline
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Hurz67 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Pfeil1 AW: modernes Techniktraining??? Vorsicht: Trainingswissenschaft!!!

Meine Erfahrungen als 'Trainer' sind, daß meistens bestimmte Techniken und Spielsituationen eines (durch organisiertes Training) trainierten Spielers unterentwickelt sind.

Diese Mängel liegen in unterschiedlichen Feldern welche sich teilweise gegenseitig zu eine Drama verstärken oder auch erst später im Laufe der Steigerung im Spielanspruch deutlich werden und deswegen teilweise dann nicht (oder nur schwer/mit unverhältnissmässig hohem Aufwand) behoben werden können.

die Felder wären IMHO u.a. :

A. eingeschränke Techikvarianten (nur TS auf Block)

B. keine Verinnerlichung der physikalischen Abläufe eines Ballwechsels, sondern nur "Schema F" Abläufe die am Anfang zu 90% passen, 15 Jahre später aber nur noch zu 40% (aufgrund mentaler und körperlicher Einschränkungen/ Änderungen).

C. eingeschränkte unflexible Strategien (weil Taktik und Strategie kaum gelehrt werden)

D. mangelhafte Abbildung des eigenen Technikkatalogs auf die taktischen Anforderungen eines Gegners.

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Es gibt zB. Philosophien, welche darauf beruhen, keine Technik zu schulen (oder zu 'knüppeln'), sondern die Trainees nur Spielpraxis bekommen zu lassen und dabei strategische Orientierung zu geben. Die Trainierten machen also die ganze Trainingszeit nicht anderes, als gegen möglichst viele Gegner zu zählen und bekommen Rückmeldung über ein internes Ranking (ähnlich den Ranglisten in den nationalen und internationalen Verbänden). Der Trainer berät dabei auf taktischer und mentaler (Motivation) und ggfls. Materialebene. Die Spieler lernen durch Erfahrung und Abschauen der technischen Elemente der Gegner. Eine Steigerung kommt durch die andauernden Erfordernisse am Spielergebniss zustande.
Desweiteren wird natürlich soviel wie möglich an ausservereinlichen Veranstaltungen teilgenommen.

Auch wenn dies nicht meine eigene Vorliebe darstellt. Dies ist nicht nur eine Theorie sondern wurde teilweise in einem Verein in Hamburg so praktiziert, welcher auch überregional recht erfolgreich war und ist. Diese Art und Weise ist, meiner Kenntniss nach, von Aussenstehenden dabei umstritten, da teilweise recht viele unangenehme Spielertypen (tlw. auch mit Material) hieraus entwachsen sind, welche nach Ansicht des Betrachters trotzdem nicht auf wirklich hohem Leistungsniveau (etwa ab Regionalliga) nicht konkurrenzfähig sein dürften (wobei dies eher eine 'gefühlte' Sache ist , da ja statistisch auch nicht jeder 2. das Potential hätte, dort spielen zu können.)

Ich halte diese Philosophie allerdings nur teilweise geeignet, obenstehenden Punkten A.- D. zu begegnen, da ich glaube, dass der unreflektierte Erfolg bestimmte 'technische Stilblüten' fördert, welche später hinderlich sind und nur schwer zu verbessern/ändern sind.
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