Der Fall Henrico Frank, der als frisch gewaschener und rasierter Arbeitsloser derzeit in den Medien diskutiert wird, macht mich nachdenklich.
Kann es wirklich sein, dass ein Arbeitssuchender, dem acht Stellen angeboten werden, welche seinen Qualifikationen entsprechen, schlicht keine Lust zu arbeiten hat, nachdem solch ein Tamtam um ihn veranstaltet wird?
Oder handelt es sich vielmehr um ein lanciertes Szenario von höherer Stelle, um in der Diskussion um AlG 2, Hartz IV und die allgemeine Arbeitsmarktsituation Argumente zu konstruieren?
Ich persönlich kann vieles an diesem Konstrukt nicht logisch nachvollziehen: Wie kommt ein "arbeitsscheuer" Arbeitsloser auf den Trichter, lautstark an die Öffentlichkeit zu treten, im "Gespräch" mit Kurt Beck Missstände anzuprangern und dann nach medienwirksamer Typberatung genau das abzulehnen, was er für sich forderte...
Da stimmt doch was nicht!
Die sofort aufkochenden Reaktionen aus der Politik erscheinen auch für vehemente Vertreter der Meinung, dass nicht jeder Arbeitswillige auch Arbeit finden kann, nachvollziehbar. "Kürzung der Unterstützung!" wird geschrien und die Allgemeinheit stimmt entrüstet zu. Wasser auf die Mühlen Derer, die immer wieder von "faulen Sozialschmarotzern" sprachen und sich nun bestätigt sehen können.
Oder wird hier geschickt mit einem künstlich inszenierten Skandal versucht, eine Argumentationsplattform für drastische Einschnitte in soziale Systeme vorzubereiten?
Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, dass in den 70ern sogar terroristische Anschläge nachweislich durch die politische Führung selbst veranlasst wurden, um die systemkritischen Zellen der Gesellschaft nachhaltig zu brandmarken, indem ihnen die Taten in die Schuhe geschoben wurden.
Wie seht Ihr den Fall? Bin ich paranoid oder kann man meine Skepsis nachvollziehen?
Gruß
Olaf