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Alt 21.12.2006, 16:20
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Carstens_Brüderchen Carstens_Brüderchen ist offline
Isch hol glei mein Bruda!
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AW: Henrico Frank - fauler Drückeberger oder PR-Instrument?

Zitat:
Zitat von Waterhouse Beitrag anzeigen
Ich habe mir für's neue Jahr vorgenommen, mich kürzer zu fassen. Momentan übe ich gerade.

Bin ehrlich gesagt schon der Meinung, dass es nach wie vor einige gibt, denen regelmäßiger Broterwerb mit Lohnsteuerkarte zu anstrengend ist.
Ich habe vor einem Jahr gebaut und wenn ich sehe, wie schwer es momentan ist, Handwerker an den Bau zu kriegen, weil denen die Arbeit über den Kopf wächst, ist es mir ein Rätsel, dass es so viele Arbeitslose in der Baubranche geben soll.
Fozzi hat es recht gut auf den Punkt gebracht. Die Geschichte ist passiert und jetzt versucht jede Partei, sie für ihre Ziele zu verwenden. Ist doch schön, wenn man dem Kollegen acht Stellen anbietet und er taucht nirgendwo auf.
Beim Thema Arbeitslosigkeit ist es halt sehr schwer die wirklich Bedürftigen von den schwarzen Schafen zu trennen. Das ist das Traurige an der Geschichte.
Ich teile Deine Meinung voll und ganz! Bin ebenfalls der Ansicht, dass es tatsächlich viele "Verweigerer" gibt. Schlimm genug! Teilweise aber auch nachvollziehbar...wenn ich mit Kindergeld, Hartz IV und Wohngeld zusammengenommen 1.080,- Euronen in der Kasse habe, bei einem festen Job aber "nur" 1.200,-, dafür aber jeden Tag zur Arbeit fahren muss (bei zu berücksichtigenden Kfz-Kosten von 200,-), dann bleiben mir unter'm Strich 80,- Schleifen weniger im Monat. "Und dafür gehe ich dann 40 Stunden pro Woche ackern...!?"

Im Grundsatz vertrete ich die Ansicht, dass Arbeit sich auch wieder lohnen muss. Schwierig, wenn Billiglohnländer dafür sorgen, dass Lohnerhöhungen auf lange Frist einfach nicht drin sind. Mit ein Grund, weshalb ich der Osterweiterung der EU sehr skeptisch gegenüber stehe.

Das Phänomen in der Baubranche findet sich auch in anderen Branchen wieder. Eine Folge der vielen Unternehmenspleiten, die aus dem Überlebenswettbewerb der letzten Jahre resultierten. Jetzt sind nur noch Wenige übrig, die sich die Rosinen aus den Aufträgen picken können. Es wird noch einige Zeit dauern, bis der Markt sich durch Neugründungen wieder reguliert. Die Unternehmer sind mit Neueinstellungen noch sehr zurückhaltend, obwohl die Auftragsbücher platzen. Tenor ist hier aber auch oft: "Ich finde einfach keine guten Leute! Und Hilfsarbeiter nützen mir nicht."

Nur sind das alles Diskussionen, die sich immer wieder rings um die Gesamtkonjunktur und die Binnenwirtschaft ranken.

Die Frank-Geschichte schlägt aber ein ganz anderes Kapitel auf, wie ich finde. Teilweise zwar beeinflusst durch Rechenspielereien wie die oben praktizierte, doch im Kern getragen von der Diskussion um pure Faulheit und die Frage, wie man ihrer Herr werden könne. In dieser Form zuvor eher ein Reizthema, bei dem es als massiv unsozial betrachtet wurde, wenn man über Kürzungen nachdachte. Nun wird diese Betrachtung plötzlich über Nacht "hoffähig".

Gruß

Olaf
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"Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." George Orwell (1903-50), eigtl. Eric Arthur Blair, engl. Schriftsteller.
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