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Zitat von tischtennisguru
@Carstens Brüderchen
Na Du, auch mit 0,8 Durchschnitt abgeschlossen?
Ne, Scherz beiseite, an meinem Sohnemann -14, 9. Klasse Gymnasium- sehe ich, dass es die Lehrer immer noch nicht gelernt haben. Da werden 4 Arbeiten in eine Woche gelegt (die Weihnachtswoche!), ein unangekündigter Vokabeltest direkt in der Stunde vor einer 2-stündigen Klassenarbeit geschrieben, man muss am 2. Tag nach einer Woche Fehlens wegen Krankheit einen unangekündigten Vokabeltest mitschreiben, der dann auch noch voll gewertet wird und lauter solche Scherze.
Da kommen dann auch Schüler, die eigentlich guten Willens und fleißig sind nebst ihren Eltern, die sie nach Kräften unterstützen mit Abfragen etc. , des öfteren ins Rudern, und man fragt sich gelegentlich, ob denn der Lehrer, der sich die ein oder andere hirnlose Aktion erlaubt, tatsächlich mehr als einen Hauptschulabschluss (sorry, soll diesen Abschluss nicht abwerten) vorweisen kann, oder er sich vielleicht längst in seinem eigenen kleinen Weltraum ohne Bezug zur eigentlichen Realität befindet. Gäbe es in der Arbeitswelt ähnlich viele Ungewissheiten, falsche Abmachungen, Pannen und Fehlabsprachen (bzw. ganz fehlende Absprachen unter Kollegen) und personelle Ausfälle wie im Schuldienst, hätten die Psychologen und Psychiater gleich Patienten für mehrere Leben, und die Wirtschaft läge völlig am Boden (, was unsere Bürokratenregierung auch so schon fast geregelt kriegt).
Sorry, musste mir hier aus gegebenem Anlass mal kurz Luft machen.
Viele Grüße zum Jahresende,
tischtennisguru
P.S.: Bin auch selbstständig, was ja bekanntlich heißt, dass man ständig selbst arbeitet, ach so, und das Abi hab ich auch und siehe da: meine Leerkräfte (meine neue Rechtschreibung) waren mit all den oben genannten Fehlern damals schon hervorragende Vorbilder für die heutige Lehrergeneration
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Der Abiturschnitt ist für mich kein absoluter Maßstab. Vielleicht ein Anhaltspunkt für Lernwilligkeit, Fleiß, Repetierfähigkeit. Keinesfalls jedoch ein Gradmesser für emotionale Intelligenz, auch nicht für Überlebensfähigkeit, späteren "Erfolg im Leben" (sicher sehr relativ!), etc. etc. etc. - da gibt es noch viele Punkte, die wichtig genug wären, erwähnt zu werden, jedoch nie durch einen Abiturschnitt wiedergegeben würden.
Ich muss sogar sagen, dass ich persönlich jemanden mit 0,8 im Schnitt "argwöhnischer" betrachten würde als jemanden mit einer 2,2. Um übereifrigen Kritikern vorzugreifen: nicht, weil ich vermeintlich überlegene Menschen nicht neben mir dulden würde...ich würde mich eher fragen, ob dieser Mensch womöglich einseitig fokussiert wäre. Aber ich würde ihm auch die Gelegenheit geben, das Gegenteil zu beweisen. Außerdem bin ich - quod erat demonstrandum (s.o.) - durchaus in der Lage, Fehler oder Fehleinschätzungen zuzugeben.
Zum Thema Schulwesen, Lehrkräfte etc. kann ich nur sagen, dass ich da ebenfalls voreingenommen bin und mich mit dem heutigen Schulsystem nicht auch nur annähernd anfreunden kann. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich im Nachhinein sagen, dass viele Fehler gemacht wurden. Das weitaus Schlimmere ist, dass nach gut 25 Jahren nicht viel verbessert wurde. Das in der Tiefe zu diskutieren, würde den hiesigen Rahmen bei weitem sprengen.
Nur so viel: Das "Produkt Schüler" (!?) verkommt durch falsch verstandene Wettbewerbsszenarien wie Pisa immer mehr zum Testgelände für wild aus der Hüfte geschossene "neue Ansätze" einer Brigade von in die Jahre gekommenen 68ern, die nichtmal ihr eigenes Leben verstanden haben. Wobei auch hier sicher die Ausnahme zu finden ist, nicht aber zur Regel wird.
Was ich höchst bedauernswert finde, ist dass Lehrer es noch immer zum Großteil nicht verstehen, ein Fach wirklich spannend zu vermitteln. Geschichte (mein absolutes Hassfach zu meiner Schulzeit), Chemie, Politik, Mathematik (ebenso einer meiner damaligen Hassfavoriten), Deutsch (mochte ich übrigens auch nicht) und Sprachen überhaupt... bersten regelrecht vor spannenden Elementen, wenn man sie nur geschickt genug einbringt. Dass dies durchaus möglich ist, habe ich -leider! - zum überwiegenden Teil erst in den knapp 25 Jahren nach der Schule gelernt.
My 2 cents...
Olaf