Heikles Thema
Heute morgen wurde Saddam Hussein -Iraks Präsident- gehängt.
(ich spreche bewusst nicht von Ex-Präsident, da es bis heute keine UN- Legitimation für die Invasion und den Putsch im März 2003 gibt).
Dazu interessiert mich wie so oft die Meinung der Forengemeinde.
War die Vollstreckung des Urteils wirklich ein "irakisches Urteil zur Verbesserung der Demokratie" und damit eine gerechte Strafe für einen Tyrannen oder doch eher nur ein politisches Schauspiel des "Komödienstadl Washington" mit unvorhersehbaren Folgen für die zukünftige Sicherheit in Nahost?
Ich als absoluter Gegner der Todesstrafe (und zugegebenermaßen kein USA-Freund) kann diese Aktion gegen jemanden, der heute keiner Fliege mehr etwas zu Leide tun könnte und vermutlich aus gesundheitlichen Gründen eh nicht mehr lange gelebt hätte, nicht nachvollziehen. Seine Bluttaten (
ohne diese verharmlosen zu wollen) können durch seinen Tod (leider) nicht ungeschehen gemacht werden. Statt dessen wird mehr Blut fließen und weitere Unschuldige Menschen sterben.
"Vor der Invasion ging es den Menschen im Irak besser" sagte bereits Kofi Annan.
Hätten die Amerikaner nur seinen Tod gewollt, hätten sie Saddam auch heimlich eine Spritze geben können und der Öffentlichkeit einen plötzlichen Herzinfarkt vorgaukeln können - wie mit anderen politischen Gegnern ja sicher auch schon geschehen.
Aber man zog die ganz große Bühne, die Ami- Light- Show vor, die nahtlos an die Demütigung in seinem "Erdloch" anknüpfte.
Ich finde, das war wieder mal eine weitere, egoistische Handlung, die die Welt noch ein Stückchen unsicherer gemacht hat.
Also: Feuer frei!