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Alt 04.01.2007, 14:19
Michael Knight Michael Knight ist offline
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AW: Differentielles Training

Zitat:
Zitat von jcd Beitrag anzeigen
Nach diesen Prinzipien wurde bei uns schon trainiert bevor jemand einen Artikel darüber geschrieben hat.
Vielleicht solltest du einfach mal irgendeinen Artikel zu dem Thema lesen, dann wüsstest du, dass beim differenziellen Training nicht nach Prinzipien, Vorschriften, Regeln und Rezepten trainiert wird. Das ist doch gerade das "Neue". Variabel zu trainieren ist sicher nicht neu. Dass Schwankungen in der menschlichen Bewegung nicht zu vermeiden sind haben ja auch die Verfechter klassischer Modelle erkannt und beispielsweise mit der "Schematheorie" reagiert. Das differenzielle Training nach Schöllhorn fasst diese Schwankungen aber nicht im traditionellen Sinn als unvermeidbare Übel, sondern als Nortwendigkeit für motorisches Lernen auf.

Was TT-Gievenbecker geschrieben hat, ist insofern das Topspinmodell mit differenziellen Übungen. Ein rein differenzielles Training hat jedoch weder mit Topspinmodell, noch mit Kontermodell, Spielsystemen oder Könnenstufen zu tun Dies kann es ja per Definition nicht, da damit wieder das Wissen um das "Richtige" (Reihenfolge der Schläge, Fehlerbilder, Korrekturanweisungen etc.) impliziert würde. Es postuliert lediglich ein anderes Verständnis von "Fehlern", "Ursache und Wirkung" etc. Und wenngleich es beim Tischtennis einsichtiger ist variabel zu trainieren als beim Kugelstoßen, auch/gerade beim Kugelstoßen liegen Untersuchungen zur Wirksamkeit des differenziellen Trainings vor (Beckmann & Schöllhorn 2006, Leistungssport, 36 (4), 44-50). Es wird nämlich nicht wie bei der Schematheorie nur eine unvermeidbare Variation der Bewegungen traininiert, sondern erheblich darüber hinausgegangen (Stoßen nach untn/rechts/links, ohne Armeinsatz, in Rückenlage etc.) um an den sich ergebenden Differenzen interpolierend zu lernen.

Das Schwierige an dem ganzen Ansatz ist abschließend, dass er den Trainern keine praktischen Handreichungen oder Übungen (Vorschriften) zu geben vermag. Würde man 10 differenzielle Übungen wieder und wieder trainieren, so wäre dies nichts anderes als eine klassische methodische Übungsreihe, nur mit neuen Übungen. Und auch bei 100 Übungen wäre es dasselbe Prinzip, wenngleich dies eine eher lange methodische Übungsreihe wäre.
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