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AW: Beste Jugendarbeit in Mittelfranken...eine Statistik aus 2006
Grundsätzlich ist die Kritik richtig, dass bei einigen hochklassigen Vereinen manchmal wenig aus der eigenen Jugend kommt. Das ist aber keine (böse) Absicht, sondern oft situationsbedingt so. Nehmen wir ruhig mal das oben erwähnte Beispiel Hilpoltstein.
Da kamen schon ganz Gute aus der eigenen Jugend raus (R.Frisch, S. Frisch, Rainer Schreiter und Felix Bindhammer, also echte Eigengewächse, die hier das Tischtennisspielen gelernt haben), die es bis zur Bundesliga- oder Regionalstärke gebracht und deutsche und bayerische Meisterschaften errungen haben. Und es kamen nicht wenige "darunter" raus, die es zur Bezirks- bis Bayernliga gebracht haben. In der "Jugend-Statisktik" hat sich dies selten ausgewirkt, weil diese Kinder schon im Alter von 13, 14, 15 Jahren nicht mehr in Jugendmannschaften und nicht auf Jugendturnieren des Bezirks gespielt haben, sondern bei den Erwachsenen. Nur deshalb sind sie auch so gut geworden.
Um gute Jugendarbeit zu machen, braucht man entsprechend viele und entsprechend gute Trainer und Übungsleiter (und/oder auch Eltern). Die hat oder bekommt man nicht immer. Denn wer kann schon regelmäßig um 17:30 Uhr abends in der Halle stehen? Wer kann seine Schützlinge regelmäßig zu Stützpunkten oder zu Lehrgängen fahren? Es gibt Konstellationen und Zeiten, da klappt das, und es gibt Zeiten, da findet man niemanden oder zu wenige Trainer, Übungsleiter oder Helfer.
Viele sagen: Sollen doch die ehemaligen Jugendlichen und heutigen Spitzenspieler eines Vereins Jugendarbeit machen. Klar, wäre schön. Aber man muss auch für die Verständnis haben, die das nicht können. Denn um in der Regionalliga oder gar der 2. Bundesliga zu spielen, muss man für sich selbst einen derartig hohen Trainingsaufwand betreiben, dass man "neben" dem Studium, der Schule oder der Arbeit manchmal einfach keine Zeit oder Kraft mehr hat, um Jugendarbeit zu machen. Ein König, wer es trotzdem schafft!
Zurück nach Hilpoltstein. Wir hatten in den letzten Jahren sehr viele Kinder im Jugendtraining, aber einfach zu wenige Trainer, die sich gezielt um die talentiertesten kümmern können. Trotzdem haben wir viel Jugendarbeit gemacht - übrigens auch für den BTTV, der seit vielen Jahren einen Verbandsstützpunkt (montags) und einen Kooperationsstützpunkt (donnerstags) in Hilpoltstein hat, das viele Jahre zentraler Lehrgangsort für den BTTV-Kader war. Erst jetzt, nachdem sich mit Paul Link und Michael Wieger zwei Spitzenspieler und -Trainer gezielt um unsere eigenen Talente kümmern, werden wir in der Lage sein, auch bald wieder Jugendspieler von Format auszubilden. Man kann also davon ausgehen, dass in wenigen Jahren wieder mehr Spieler unseres Vereins in Jugendranglisten auftauchen.
Den Vereinen, die das jetzt schon schaffen, sei herzlich gedankt mit der kleinen Einschränkung (ist überhaupt nicht als Kritik zu verstehen), dass nicht alle Spieler/innen in diesen Vereinen auch ursprünglich aus diesen Vereinen stammen. Warum diese Spieler/innen schon in der Jugend zu einem anderen Verein gewechselt sind oder wechseln, darüber sollten wir gesondert diskutieren. Denn auch dafür gibt es gute Gründe, die nichts mit Geld zu tun haben.
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