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AW: Netzaufschlag und Armheben
Hmm, mal sehen...
Tischtennisregeln A, 9.1.1: Der Ballwechsel muss wiederholt werden, wenn der Ball beim Aufschlag ... die Netzgarnitur berührt ...
Was aber, wenn der Schiedsrichter das nicht gesehen hat? Und das hat er in deinem Beispiel wohl nicht - Schiri denkt "stimmt wohl".
Dann greift 10.1.5 ... erzielt der Spieler einen Punkt, wenn sein Gegner den Ball aufhält.
Im ersten Fall würde ich also (streng nach den Regeln) auf Punkt für Spieler B plädieren. Nur werden in der Praxis in 99% der Fälle der Aufschlag wiederholt werden.
Zweiter Fall: Mit dem "Armheben" zeigt der Spieler an, dass er der Meinung ist, dass der Aufschlag am Netz war. Vorausgesetzt, dies sieht man als Störung der Spielbedingungen i.S. von 9.2.4, kann (Ermessensentscheidung) der Schiedsrichter den Ballwechsel unterbrechen, er wird dann wiederholt. Und dies ist wohl auch die "normale" Vorgehensweise - Armheben, Let.
Dritter Fall: Spieler B unterbricht ja gar nicht das Spiel, er zeigt lediglich dem Schiedsrichter an, dass etwas nicht in Ordnung ist. Der Schiedsrichter kann (Ermessensentscheidung) das Spiel unterbrechen. Tut er das nicht, muss Spieler B weiterspielen.
Spieler können niemals den Ballwechsel unterbrechen, lediglich der Schiedsrichter kann das. Daher ist es auch eine Unsitte, wenn Spieler des Nachbartisches "Stop" rufen, wenn deren Ball in Richtung des anderen Tisches rollt. Ausschließlich der Schiedsrichter unterbricht das Spiel, wenn er der Meinung ist, dass durch den hereinrollenden Ball die Spielbedingungen gestört werden. Durch das "Stop" rufen werden sie aber auf jeden Fall gestört - wie gesagt eine Unsitte.
Das Armheben an sich ist nicht geregelt. Sie führt zwar "in der Regel" zur Spielunterbrechung, muss aber nicht, siehe oben.
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Sage nicht alles, was du weißt,
aber wisse immer, was du sagst.
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