Habe letztlich einen ähnlichen Ansatz wie Martinspin. Zum Beispiel wechsle ich in der Tischmitte gelegentlich die Seite, d.h. ich habe Phasen, in denen ich die Bälle Tischmitte eher VH angreife, d.h. VH eröffne und dann auch entsprechend schon bei der Annahme weiter links stehe und wieder andere Phasen, in denen ich viel mehr mit der RH agiere teilweise sogar jenseits der Mittellinie. Das wechselt manchmal im Spiel von Satz zu Satz, blieb aber auch schon eine Runde lang konstant. Klar meine ich auch, dass eine gewisse Technikgrundlage einem nicht einfach so in den Schoß fällt. Man kann also nicht völlig spielen, wozu man gerade Lust hat. Ist diese Grundlage jedoch vorhanden, kann man seiner Experimentierfreudigkeit in Sachen Technikvariation und in punkto Laufwege und damit verbundener Laufarbeit freien Lauf lassen. Am besten klappt es in den Spielen ohnehin, wenn man nicht lange nachdenkt, sondern alles im Fluss ist.
Je besser ich in meinen Augen werde (naja, also für besonders gut halte ich mich nicht, freue mich aber, auf einem guten Weg zu sein), desto wichtiger werden für mich die Laufwege, das Verkürzen der Winkel, letztlich das Spiel immer näher am Tisch, um mehr Druck aufbauen zu können, meine leider vorhandenen läuferischen Grenzen auszugleichen, und dem Gegner die Zeit zu nehmen, sein eigenes Spiel gegen mich aufzuziehen. Ich halte es für immer wichtiger, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören, die einem bei einigermaßen viel Training meiner Erfahrung nach schnell zeigen, was beim eigenen Spiel verkehrt läuft. Sind die Bewegungen nicht im Fluss, rebelliert, wenn man genau hinfühlt immer der Teil des Körpers, der unter der störenden Spannung leidet, seien es die Knie bei falscher Fußstellung, der Rücken, wenn man nicht in die Knie geht, zu sehr nur aus dem Arm spielt oder die Grundstellung zu den Schlägen nicht entspannt und damit stimmig ist(in den Rücken fallen, Beine beim VH-TS auf US parallel statt Bein auf Schlagseite leicht nach hinten), Spannungen in der Schulter bei mangelndem Hüfteinsatz usw. . Ist eine Basis die verschiedenen Schlagtechniken betreffend vorhanden, sehe ich die Hauptaufgabe des Spielers darin, sich durch die Verbesserung seiner Beinarbeit, das Erlernen effizienter Laufwege, das Verkleinern der für den Gegner spielbaren Winkel durch klug gesetzte Bälle(Taktik) und den richtigen Einsatz des ganzen Körpers(Hüfte, in die Knie gehen, mit dem Körper richtig in den Schlag hineingehen) in die Lage zu versetzen, den jeweils nächsten Schlag technisch optimal ausführen zu können. Lange Rede kurzer Sinn: stehst Du richtig zum Ball, ist der Ball fast schon gespielt, und Du hast das Gefühl, dass alles wie von selbst geht. Dann wirkt Tischtennis wie gute Musik in Deinem eigenen Rhythmus in Dir und belohnt Dich mit genau der Spielfreude, die den Suchtfaktor dieser schönen Sportart für mich ausmacht.