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Alt 24.05.2002, 14:05
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Joachim Voigt Joachim Voigt ist offline
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Hallo Chrisch,

zum Thema Aufschlagtraining:
1. Aufschlag- und auch Rückschlagtraining mit der Ballkiste sollte zum Training gehören (mind. 30 Min. pro Woche eher mehr)
Unter Rückschlagtraining verstehe ich ganz simpel, daß einer Aufschlagtraining macht und der andere gleichzeitig dessen Aufschläge retouniert, danach Ende, neue Aufschlag
Zur Motivation:
mit kurzen Phasen (jedes Training vor dem Einspielen 5 Min.) anfangen und steigern, dazu Vorgaben (nur kurz-Unterschnitt, o.ä.), Serien (1x lang-Überschnitt parallel, 1x halblang-Überschnitt mitte und 1x kurz-Unterschnitt diagonal, o.ä.), Ziele (Bierdeckel, Papier, Zählgerät, o.ä.) sollten sich als Motivation eignen
wenn´s gar nicht geht: Wettkämpfe am Ende mit der Vorgabe: Aufschlag-/Rückschlagpunkte bzw. -fehler zählen doppelt
2. Meine Philosophie:
JEDE Systemübung sollte mit einem regelgerechten Aufschlag beginnen. Davon mache ich GANZ wenige Ausnahmen. Aber das ist nicht überall so. Aber in jedem Fall sollte jede Taktikübung mit einem regelgerechten Aufschlag beginnen, d.h. auch nur 1 Ball in der Hand!
3. Zu jedem Aufschlag gehört das Wissen was passiert meistens und was kann passieren
Ein Beispiel (2 Rechtshänder):
Spiele ich einen halblangen Unterschnittaufschlag in die Rückhand des Gegners, werde ich meistens einen langen Schupfball in meine eigene Rückhand zurück bekommen. Mögliche Antworten sind abe auch:
Flip und Topspin, wenn der Aufschlag nicht perfekt ist
außerdem kann die Platzierung bis in die "nahe" Vorhand gehen und evtl. kann der Ball kurz gelegt werden
Dass bedeutet wieder für den Aufschläger:
Ich stelle mich relativ weit in meine Rückhand und stelle mich auf eine Topspineröffnung ein (VH oder RH je nach Platzierung und eigenen Möglichkeiten). Außerdem brauche ich die weite Vorhand NICHT abzudecken.
Mache ich nun den gleichen Aufschlag in die Vorhand des Gegners ändert sich meine Grundstellung grundlegend: Ich muß jetzt die weite Vorhand abdecken und kann die Rückhand ein wenig "vernachlässigen". Es bleibt aber dabei, daß ich eine Topspineröffnung plane.
Verändere ich jetzt den Aufschlag von halblang auf kurz, ändert sich meine gesamte Strategie dieses Ballwechsels, denn ich muß mich zuallerst auf einen Flip einstellen, oder am ehesten auf einen kurzen Rückschlag. usw. usw.
Das sind Dinge die man kennen/lernen sollte als Spieler und dazu gehört dann auch die Umsetzung:
Mein Gegner spielt mir immer in die weite Vorhand, das möchte ich vermeiden. Was muß ich tun?
1. Aufschläge diagonal (bei zwei Rechtshändern) platzieren, dann kann der Gegner kaum die weite Vorhand (beim Rückschlag) anspielen!
usw.

Zum Thema Materialspieler:
Ich würde zunächst Theorie machen. Erklären was passiert wenn ich was spiele. Dann eine Taktik festlegen und dann benötigt ihr halt Sparringspartner: :confused:
Als Einstieg - um das Prinzip zu verstehen - empfiehlt sich das Spielen gegen einen Spieler mit Holzbrett (Holz ohne Beläge). Da kann man sehr einfach das Prinzip erkennen. Es entspricht einem glatten Anti.
Das Grundprinzip gegen Anti ist wichtig um darauf aufzubauen:
1. Schupf
zurück kommt Überschnitt
2. Konter
zurück kommt leichter Unterschnitt
3. Topspin
zurück kommt starker Unterschnitt
1. Schupf
usw.

Zitat:
dass sich keiner von den beiden nach dem Punktspiel erstmal in Ruhe hinsetzt, was trinkt oder mal entspannt.
Besprich das ruhig mit Ihnen, aber vorsicht, nicht jeder braucht Ruhe nach einem Spiel, manche brauchen die "Aufregung" und Ablenkung. Also ruhig anregen, aber nicht vorgeben, was sie nach einem Spiel zu tun haben.

Viel Erfolg
Joachim
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