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AW: Mord an Hrant Dink
@alle
Wieder ein Thema welches eigentlich einen eigenen Thread verdient hätte,
"DIE EU". Ich bin alt genug um die Entwicklung von der EWG (Europ. Wirtschaftsgemeinschaft) bis zur heutigen Konstellation, am eigenen Leib verspürt zu haben. Ich behaupte waghalsig 90 % der 490 Mio. EU - Bürger hat gar kein Interessen an der bestehenden EU, lehnt Sie eher ab. Jeder fühlt sich in seiner nationalen Ausprägung beschnitten, neidet den "Freunden" Erfolge, rangelt in Brüssel um jedes "Fünferle" das dem anderen zugute kommen soll, usw. ....
Dies alles geschieht aus rein kommerziellen Gründen, und natürlich aus bestimmten machtpolitischen Erwägungen (Gegenpol zu anderen potenten politischen System global gesehen). Was der Bürger praktisch davon hatte ist die Reisefreiheit und damit vebunden die Möglichkeit andere Nationaltäten mit all Ihren Eigenheiten einfacher kennenlernen zu können. Natürlich darf man die Problematiken der Globalisierung nicht übersehen, die uns Europäer geradezu zum Zusammenschluß gezwungen haben. Nur, bitte bedenkt, es gibt eine reichhaltige Historie, was ist Europa, was eher nicht. Die Türkei und Ihre ganze Geschichte (hochinteressant) zähle ich deutlich mehr zur arabischen Welt. Ihre uralten Handelsverbindungen, die gleiche Religion (das kommt nicht von ungefär) die Denke (religionsbedingt) über die Rolle von Mann und Frau in der Gesellschaft, hat vielmehr Bindung in die Welt der "arabs" als Gemeinsamkeiten mit dem "modernen" Europa. Ich will hier nicht werten, keinesfalls auch die arabische Welt abwerten. Ich habe höchsten Respekt vor vielerlei Leistungen dieser Menschen. Da sind wir buchstäblich noch in den Bäumen gesessen, als deren Mathematiker oder Astronomen gigantische Lesitungen vollbracht haben. Aber, Sie passen nicht zu uns, Sie und wir, wir mißtrauen uns (z.B. wirken die Kreuzzüge noch heute nach), wir haben Angst voreinander, diese Angst abzubauen sollte für die nächsten Jahre Aufgabe sein. Vertrauen schaffen auf allen Ebenen, das erfordert den Willen beider Seiten, die "fremde" Seite des jeweils anderen in sich selbst zu entdecken und anzuerkennen. Die bereits bestehende Gemeinsamkeit (Imperialisten und Unterdrücker [Machtvölker]) kann als Verständigungsbasis genutzt werden, um vorab eine "gleiche" Sprache zu entwickeln, die alleine Basis ist für "Verständnis". Denn heute verstehen wir uns noch nicht mal wenn wir miteinander sprechen. Hut ab (auch wenn ich kein Katholik bin) vor dem Auftritt Ratzingers in der Türkei, das hat wahrscheinlich in diesem Land mehr bewirkt als alles was bisher auf politischer Ebene geschehen ist. Denn Politiker neigen dazu Vorschriften zu machen. Machtvölker lassen sich aber nichts vorschreiben, oder tun wir das ?
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