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Alt 31.01.2007, 03:04
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
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AW: Die besten TT-Vereine Mittelfrankens aller Zeiten

Ich denke, wir sind uns alle einig: Die Statistik-Arbeit von tarantino ist dankenswert, gut und wichtig für einen tiefen Blick in die Vergangenheit. Für die etwas zu reißerische Überschrift taugt sie nichts, lieber tarantino

Mir wäre wichtiger zu diskutieren, was denn aus der so tollen Jugendarbeit der "besten Vereine Mittelfrankens" geworden ist und was noch daraus wird. Und das mündet in die Frage: Lohnt sich Jugendarbeit wirklich? Oder ist es "einfacher", talentierte TT-Spieler(innen) vom Nachbarn abzuwerben und damit nach oben zu kommen?

Meine (vorsichtige) Antwort: Jugendarbeit lohnt sich dann, wenn der Verein mit mindestens einer Mannschaft und danach mit einem guten Unterbau so weit aufsteigt, dass die besten Jugendlichen des Vereins gehalten werden können, weil sie in einer ihnen angemessenen Erwachsenen-Liga spielen können. Denn auch das ist notwendig: Man muss den Talenten Perspektiven bieten, sonst gehen sie weg, sogar freiwillig, also ohne "mit dem angeblich großen Geld" abgeworben worden zu sein.

Es bringt also für den Verein mE wenig, geschätzter Volker, wenn er mit (s)einer Jugendmannschaft in die Bayernliga aufsteigt und mit seiner höchsten Erwachsenen-Mannschaft in der Bezirksliga verbleibt. Dann bekommt er von tarantino (und Dir ) zwar viele Statistik-Punkte, aber der Verein bleibt zweit-, dritt- oder fünftklassig, und die Talente sind halt irgendwann weg, weil die Erwachsenen-Bezirksliga (oder die Landesliga oder die Bayernliga) eindeutig zu niedrig ist für sie.

Das "erste Geheimnis" für den Aufstieg des oben öfter zitierten TV Hilpoltstein von der Kreisliga bis in 2. Bundesliga heißt "Strategie": Mit eigenen Talenten und neuen Spielern (übrigens mit zwei Ausnahmen nur Erwachsene) aus der Region so weit aufsteigen, wie's geht. Das "zweite Geheimnis" heißt: Glück. Dass nämlich die Talente uns auch lange die Treue gehalten haben und immer noch halten --> siehe Felix Bindhammer, der vor sechs Jahren woanders richtig gutes Geld bekommen hätte, wo er hier noch keinen Pfennig bekam, und trotzdem geblieben ist.

Ab der dritthöchsten Liga geht's dann leider nicht mehr ohne Geld, ohne Sponsoren und auch nicht mehr ohne Ausländer. Aber das ist ein anderes Kapitel. Wir wünschen jedenfalls allen Vereinen, die eine engagierte Jugendarbeit betreiben, so viel Glück (und auch so engagiertes Personal), wie wir es gehabt haben.

Übrigens: Seit diesem Jahr beginnt in der Jugendarbeit eine neue Ära des TV Hilpoltstein. In fünf Jahren werden sechs Hilpoltsteiner Jungs in der 2. Bundesliga spielen ...pardon, das macht die Uhrzeit aus .
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