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AW: Abi Schnitt
der Abiturnotenschnitt ist m.E. u.a. ein Gradmesser für Fleiß sowie die Gabe fleißig gelerntes umzusetzen in die für mich zweifelhafte Fragenwelt von Klausuren. Was uns streckenweise dort abgenötigt wurde ist für mich heute noch höchst verwunderlich. Vieles hat doch mit dem Berufsleben nullkommanichts zu tun und ist lediglich verwendbar um zu messen wie gut Schüler gelernt haben im Unterricht zuzuhören oder wie hart Sie (wenn Sie im Unterricht nicht so toll aufpassen) bereit sind zuhause zu arbeiten. Über Intelligenz, bzw. vor allem die Fähigkeit im Leben zu bestehen sagt eine Abinote wenig aus. Von unseren Top 10 Abiturienten sind max. die Hälfte erfolgreich (einer ist Drogen verfallen, ein anderer hat sich bereits freiwillig aus dem Leben verabschiedet, etc.) (es ist allerdings auch ein Nobelpreisträger dabei, untersucht irgendwelche Würmer und in Ihnen siedelnde Bakterien für die Pharmas).
Mit meinem 3,0 er Abi (Gruß an Olaf) zähle ich also nicht zur geistigen Elite, aus anderen Gründen wurde ich sehr genau unter die Lupe genommen (Militär), dort attestierte man IQ 142, damit Hochbegabung, dort wurden auch völlig andere Dinge ermittelt (Führungsqualitäten, Härte, Durchhaltewillen, Flexibilität Anpassungsfähigkeit, etc.) Ich denke, damit sind die entscheidenen Faktoren genannt die, wenn gewollt, zu Erfolg führen können.
Dazu gehört noch eine Portion "soziale Kompetenz", bringt man also noch den Willen mit, wenigstens zu versuchen einigermaßen adäquat mit seinen Mitmenschen umzugehen, kann "Erfolg" kaum ausbleiben. Dazu benötigt man sicher kein Abi < 1,0 und anschließendes Stipendium. Hat man allerdings beides, erhöht es signifikant die Chancen wirklich weit nach oben zu kommen, daß kann dann nur durch eine andere Interessenlandschaft gefährdet werden, oder durch eine oppositionelle Grundhaltung.
Ich würde in diesem Land ein paar Schulfächer ersetzen durch das Fach "Lebenspraxis" in seiner ganzen Breite und Tiefe. Nach dem Abi kann man im Leben gar nichts (schlaue Sprüche ausgenommen sowie häufig ein große Klappe). Wäre wohl kein Fehler wenn man bereits zu Schulzeiten besser präpariert werden würde auf die späteren Problemstellungen des Lebens
(u.a. wie gründe ich eine Familie, wie erziehe ich Kinder, wie nähe ich meinen beschissenen Knopf ans Hemd u.v.m) Auch ein Abiturient sollte wissen wie eine Waschmaschine und ein Küchenherd bedient wird. Es schadet sicher auch nicht nicht wenn man weiß wie ein Schwein geschlachtet, oder ein Kartoffelbrei (ohne Fertigpulver) hergestellt wird. So nebenbei sehe ich meinen Nachbarsbub wenn er hilflos neben seinem Auto steht wenns mal nicht anspringt, dann kommt immer der Papa oder der Nachbar ins Spiel, trotz Bombenabi. Na gut, schluß jetzt, sonst wird es ein Roman....
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