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Alt 12.02.2007, 02:45
Red Devil Red Devil ist offline
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AW: Verträge mit Jugendlichen bzw. Eltern

Die im ersten Thread von mir angeführte Empfehlung, evtl. mit juristischer Hilfe einen privatrechtlichen Vertrag aufzusetzen, ist von einem Verbandssportwart (kein Jurist) geäußert worden. Mangels eines entsprechenden Vordrucks in unserem Verband wurde nach einer Lösung gesucht, wie man frühzeitig die Weichen für die nächste Saison stellen kann, um Planungssicherheit zu schaffen und vor einem plötzlichen Wechsel unmittelbar vor Ende der Wechselfrist geschützt zu sein. Dies war auch für den Verband von großem Interesse, weil es sich um eine Kaderspielerin handelte. Mittlerweile hat sich die Sache auch ohne Formulare auf der "normalen" kommunikativen Ebene positiv gelöst. Letztendlich waren die sportlichen Perspektiven überzeugend genug, um den Verbleib zu sichern.

Ein Aspekt sollte nach meiner Meinung ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Ab einer gewissen Leistungsstärke üben gerade die Verantwortlichen im Trainerstab auf Verbandsebene bei KaderspielerInnen einen gewissen Druck aus und stellen für ihre Spielerinnen aus sportlichen Gründen Mindestanforderungen an die Spielklasse. Es liegt also nicht immer an den SpielerInnen, die willkürlich den Verein wechseln, sondern auch an den letztendlich berechtigten Forderungen oder Ratschlägen der Trainer, einem der Spielstärke entsprechenden Verein zwecks optimaler sportlicher Entwicklung beizutreten.

Juristisch wäre auch die Frage interessant, ob man im Amateurbereich einen Spieler trotz Wechselverzichtserklärung zwingen kann, gegen seinen Willen bei einem Verein weiterzuspielen, wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Angenommen, Spieler X hat auf einen Wechsel verzichtet, weil sein Verein mit 2 spielstarken Neuzugängen den Aufstieg realisieren möchte. Dies wurde ihm zugesagt und war Grundlage für seinen Verbleib. Die höhere Spielklasse, wäre mit diesen Spielern quasi nicht zu verhindern gewesen und die eigene sportliche Entwicklung hätte einen Schub erhalten. Es stellt sich aber heraus, dass der Spieler getäuscht wurde und keine Verhandlungen und Neuverpflichtungen geplant waren oder durchgeführt wurden. Somit wäre die Vertragsgrundlage, die zum Verbleib führte nicht mehr gewährleistet. Darf er trotz Wechselverzicht zu einem anderen Verein wechseln oder muss er die Saison "aussitzen" und ggf. einen persönlichen sportlichen Schaden (wie auch immer der aussehen mag) hinnehmen? Im Normalfall dürften solche Vereinbarungen nicht schriftlich fixiert sein und Aussage gegen Aussage stehen. Dennoch wäre diese Fallkonstruktion dennoch eine generelle Klärung wert. Was geschieht, wenn eine wie immer geartete Vereinbarung, Zusage nicht eingehalten wurde (z.B. Hilfe bei der Jobsuche, Arbeitsstelle, Lehrstelle, Trainerposten, Fahrgeld etc.) Gibt es für diese Fälle ein vertragliches Rücktrittsrecht?

Dem Urheber des Threads dürfte das Thema wohl über den Kopf gewachsen sein. Er hätte mit ein wenig Mitarbeit und einigen Infos mehr für eine Präzisierung sorgen können. Wahrscheinlich haben sich die Mitglieder bei ihren Antworten mehr Gedanken macht als der Fragesteller selbst. Das ist zwar bedauerlich, aber nicht zu ändern. Dann werden wir eben alleine schlau.

Gruß Red Devil
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