Zitat:
Zitat von Penh0lder
Zu diesem Thema kann ich bloß folgende Situation schildern:
Es war ein Punktspiel gegen ein Gegner den wir mit Leichtigkeit schlagen müssen.Aber wie ich es von mir gewohnt bin geh ich in meinem ersten Spiel zittrig an die Platte.Nachdem ich 2:0 in Sätzden vorne lag und meinen gegner regelrecht terminiert habe schlaf ich an der platte ein, "da ich ja sowieso schon so gut wie gewonnen habe". Es kam, wie es kommen musste.Ich habe das Spiel 2:3 abgegeben.
Also war ich natürlich erstmal total down und hatte mich hingesetzt und zerbrach mir meinen Kopf darüber, warum ich so etwas mache.
Als ich schließlich zu meinem zweiten Spiel aufgerufen wurde, sah ich zur anderen Platte rüber, wo, wie ich dachte, mein vereinskamerad den Siegpunkt holte.Also spielte ich total gelassen und machte meinen Gegner mit Leichtigkeit 11:2 weg.Nach dem ersten gewonnenen Satz ging ich zu trainer und vereinskameraden, die nur staunten und meinten, dass ich 3 Klassen besser gespielt hätte als in anderen punktspielen.
Darauf erwiederte ich: "Bingt mir ja eh nichts, das Spiel zählt doch nicht mehr." So war es dann doch nicht da ich mich verrechnet hatte und ich also den Siegpunkt holen musste.Nachdem ich das gehört hatte schaute ich auf meine hand runter und bemerkte, wie ich wieder zu zittern begann.Den Siegpunkt hatte ich zwar noch geholt, doch viel es mir irgendwie viel schwerer und dort ist mir erstmal richtig aufgefallen mit was für einer Anspannung ich eigentlich Spiele.
Was soll ich da tun?
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Hallo Penholder,
2:0 Satzführung und dann noch verlieren, dass kenne ich nur allzu gut
das ist mir die Saison auch schon des öfteren passiert. Liegt oft daran dass ich einen Gang zurückschalte passiver spiel, und mich selber rausbringe
Du führst 2:0 , und hast dein Spiel schon in der Tasche.... einen Satz noch und das wars. Du sagst, du schläfst ein: unbewusst schaltest du einen Gang runter. anfangs vom satz ein 2 blöde Fehler, man wird unsicher, dann trifft der gegner paar gute Bälle ein zwei Netzroller und einen Kantenball.
Der Satz ist weg, und man denkt sich, naja du führst noch, dann eben den 4. gewinnen. Dein gegner hat sich aber schon auf dein Spiel eingestellt und es wird immer schwieriger.......... und man verliert und beisst sich in
ich finde der 3. Satz ist oftmals entscheidend für das ganze Spiel.
Viele behalten sich das Timeout, für den entscheidenden 5.Satz auf
ich tendiere auch dazu, ab und zu das Timeout zu lange rauszuzögern oder nehme gar keines, da ich einfach im Spiel drin bin und selber mit mir beschäftigt bin.
Penholder,
wie wäre es wenn du beim nächsten Mal bei einer 2:0 Führung
schon im 3. oder eventuell auch im 4.Satz ein Timeout nimmst
1. Du führst dann immer noch
2. du kannst damit den Spielfluss des Gegners brechen
3. Du kannst damit deinen verlorenen Spielfluss wieder finden, anstatt nach jedem Ballwechsel mit dir zu hadern geschweige denn zu zittern
4. du kannst dich wieder sammeln
ich hatte letztens auch 2 solcher Spiele
2:0 Führung und verloren
Spiel1
1.Satz: 11:3 2.Satz: 11:4 3.Satz: 9:11 (es stand bis 9:9 ausgeglichen, beim Stand von 9.8 für mich -- Fehlaufschlag, danach einen hohen verschlagen Satz weg) 4.Satz anfangs blöde Fehler 1:4 hinten ... komme nicht dran 7:11
5.Satz nach 2:9 im 5. komme ich endlich mal auf die Idee ein Timeout zu nehmen. Ich komme auf 8:9 dran!!, dann halte ich wieder zu sehr 8:11
Dieser Spielverlauf hat mich ziemlich nachdenklich gemacht
wobei mir das die Woche drauf genauso passiert ist.
Spiel2:
Zum Glück aber nur im 1.Spiel. 11:1!!!/10:12/8:11/8:11
Spiel3:
Im zweiten habe ich mich dann dazu gezwungen im 3.Satz trotz 2:0 Führung 11:2 und 11:9 ein Timeout zu nehmen. Es hat geholfen!! Ich kam wieder nicht weg, mein Gegner wurde besser, merkt dass ich nervös werde, unbedingt wegkommen möchte. Beim Stand von 6:7 habe ich dann ein Timeout genommen..... danach 11:8 für mich.
Also sobald du merkst, trotz ansprechender Führung, du bist raus
-- Timeout -- dein Gegner erwartet es nicht so früh, ist verdutzt und kann mit dem Timeout in der Situation nichts anfangen, du aber kannst dich sammeln.
Es muss nicht der 3.Satz fürs Timeout sein. Bei zu hohem Rückstand bringts nix mehr, dann warte ab bis zum 4.
Spielanalyse Spiel 1:
11:3/11:4 ... 9:8 Führung -- Timeout -- anstatt Fehlaufschlag danach aufregen über Fehlaufschlag hätte ich mich sammeln können / Tipps bei Mannschaftskollegen holen können (bringt oft mehr als nach einem Satz)
sicher ist nicht, dass ich den Satz gewonnen hätte, aber die Wahrscheinlichkeit wäre grösser gewesen. Zudem hast du immer noch 4 und 5. Satz. Ich sehe hier den 3.Satz als spielentscheidend
Spielanalyse Spiel 2:
11:1 /10:12
ist oft so den 1. gewinnt man locker, im 2. ist man nicht gleich bei der Sache, macht blöde Fehler -- hier durchaus auch mal im 2.Satz ein Timeout nehmen
Spielanalyse Spiel 3:
bestätigt dass sich das Timeout gelohnt hat. ich war danach einfach wieder besser und konnte die "Zitterhand" durch das Timeout ablegen.
Grundsätzlich kommt es aber immer auf deine innerliche Verfassung an, ob du ein Timeout brauchst oder nicht
Fühlst du dich weiterhin sicher und machst keine unnötigen Fehler ...... dann ist das kein Muss.
Aber ein Timeout kann oft helfen wieder ins Spiel zurückzufinden
Timeout richtig nehmen, muss man lernen. den richtigen Zeitpunkt muss man selber rausfinden (Oft sehen es deine Kameraden, die zuschauen)
am besten analysierst mal deine Spiele, die du aus der Hand gegeben hast und findest raus, bei welcher oder nach welcher Situation der richtige Moment gewesen wäre. Timeout ist ein taktischer Spielzug, den du nutzen solltest, wie der richtige Aufschlag / Rückschlag in der richtigen Spielsituation. ich nutze es auch zu selten...... aber seit letzte Woche immer öfter ;-), da es richtig gut tut in einer kritischen Spielsituation sich zu erholen und dann verschenkt man auch nix. Und wenn....... jeder darf auch mal verlieren. Nur wer verlieren kann, kann auch wieder gewinnen
schöne Grüsse
Joe