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Alt 12.03.2007, 10:58
Funzel Funzel ist offline
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AW: Geheime Gesetzmäßigkeiten?

Zitat:
Zitat von mithardemb Beitrag anzeigen
Auch beim Fußball ist das keine Fehlinterpretation des Gehirns sondern nur die Frage der Betrachtungsweise. Wenn der Ball durchrutscht, dann spaltet sich der Geschwindigkeitsvektor anders auf. Die Geschwindigkeit senkrecht zum Boden ist dann geringer und die Geschwindigkeit parallel dafür größer. Der Ball kommt also tatsächlich schneller auf den Torwar zu und dieser hat in vielen Situationen (ausnahmen er müßte nach oben springen) weniger Zeit.
Wenn es nass ist, dann springt der Ball tatsächlich anders ab als bei trockenen Verhältnissen. Im Trockenen springt der Ball höher ab und er wird zusätzlich auch durch die Reibung beim Aufprall gebremst. Man hat also zum einen einen Verlust an "Total-Geschwindigkeit" wegen der Reibung die bremsend wirkt und zum anderen in der Tat einen weiteren Verlust der horizontalen Geschwindigkeitskomponente (die den Torwart besonders interessiert) da ein Teil in die Vertikale geht.

Es ist aber keineswegs so, dass bei nassem Untergrund der Ball tatsächlich flacher abspringt als er auf den Boden auftrifft. Er verliert zum einen wegen der drastisch verringerten Reibung wesentlich weniger Geschwindigkeit beim Aufprall und zum anderen verändert er kaum seine Richtung in Bezug auf den Einfallswinkel. Diese beiden im Nassen fehlenden "Bremskomponenten" nimmt das Gehirn als Beschleunigung wahr.

Zitat:
Zitat von mithardemb Beitrag anzeigen
Das ganz passiert übrigens auch bei einem Kantenball im TT. Stell dir mal vor der Gegner spielt den Ball per Ballonabwehr in einer Bogenlampe zurück und der Ball trifft so auf die Kante springt, daß er in einem wesentlich flacheren Winkel nach oben abspringt. Würdest du jetzt immer noch sagen, dass das eine optische Täuschung ist? Wenn ja, wohin hat der Ball die "fehlende" Energie verloren? Er erreicht ja schließlich nicht mehr die gleiche Sprunghöhe.
Welche fehlende Energie? Also zum Zeitpunkt des Aufpralls auf die Tischkante hat der Ball einen Teil der potentiellen Energie in kinetische Energie umgesetzt. Beim Absprung von der Tischkante erfolgt eine (mehr oder minder "überraschende") Richtungsänderung und der Ball springt flacher auf den Spieler zu, er ist aber im Vergleich zur Aufprallgeschwindigkeit nicht schneller geworden. (Er bleibt aber "länger schnell", da er kaum an Höhe gewinnt...)

Zitat:
Zitat von mithardemb Beitrag anzeigen
Physikalisch gesehen hat der Ball natürlich nicht an Geschwindigkeit verloren. Wenn man aber nur an der Komponente einer Dimension interessiert ist, dann sieht es eben anders aus.
Genau, die Total-Geschwindigkeit bleibt hier auch konstant, aber es erfolgt natürlich eine zum Teil deutliche Richtungsänderung von vertikal nach horizontal. Das Beispiel passt aber hier nicht so gut, da der Fußball auf nassem Untergrund eben nicht (nennenswert) seine Richtung ändert sondern nahezu ideal Ausfallswinkel gleich Einfallswinkel gilt.

Wenn ich mir Deinen Beitrag noch einmal durchlese, bin ich mir nicht mehr sicher, ob Du nicht das Gleiche meinst wie ich. Vielleicht meinst Du ja auch: "Ja, der Ball kommt auf nassem Boden schneller auf den Torwart zu als wenn es trocken ist" - das darf man aber halt nicht so ausdrücken, dass der Ball auf nassen Boden "schneller" wird, da dies bedeuten würde, dass der Kontakt mit dem Boden die totale Geschwindigkeit erhöht, was nicht der Fall ist.

Gruß,

Christian.
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